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Digitalfunk, BOS-Funk

BOS-Digitalfunk in Niederbayern

Digitalfunk1Wenn neue Techniken bessere Möglichkeiten bieten, um für die Sicherheit von uns allen zu sorgen, dann sollte sie auch eingesetzt werden: Deswegen wird seit geraumer Zeit bundesweit vom Analogfunk auf den Digitalfunk mit TETRA-Standard umgestellt. Was zunächst einfach klingt, ist ein enormer Kraftakt, der auch in Niederbayern realisiert werden muss.

Im April 2007 hat der Bund die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) in Berlin gegründet, die deutschlandweit das Projekt steuert. Die rechtliche Grundlage für die Bundesanstalt ist das am 1. September 2006 in Kraft getretene BDBOS-Gesetz. Der Digitalfunk wird deutschlandweit allen Blaulichtorganisationen zur Verfügung stehen. Dementsprechend wirken der Bund und alle Länder an seiner Einführung gemeinsam mit.

Für die Realisierung des Digitalfunks wurde im Bayerischen Staatministerium des Innern, für Bau und Verkehr eigens die Projektgruppe DigiNet gegründet. Diese ist dem Innenstaatssekretär direkt unterstellt und setzt sich aus Angehörigen der unterschiedlichen bayerischen Blaulichtorganisationen zusammen - von der Polizei über die Feuerwehr bis zum Rettungsdienst.

Die Regierung von Niederbayern übernimmt im Digitalfunk koordinierende Aufgaben und dient als Bindeglied zwischen der PG DigiNet und den nichtpolizeilichen BOS seines Bezirks. In Niederbayern arbeiten seit Ende 2013 regionale Projektgruppen an der Umstellung vom Analog- zum Digitalfunk.
 

Technik - Digital statt Analog

Mit dem Digitalfunk werden die veralteten analogen Funksysteme durch ein gemeinsames und flächendeckendes digitales Funknetz ersetzt. Nach der Einführung des Digitalfunks können bayernweit rund 3.500 überflüssig gewordene Analogfunkanlagen von Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Polizei abgebaut werden.
 

Vorteile des Digitalfunks

Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet die Einführung des BOS-Digitalfunks eine noch bessere, schnellere und verlässlichere Hilfeleistung in Notlagen.

Bedeutung des BOS-Digitalfunks für die Einsatzkräfte:

  • Höchstmaß an Sicherheit: Datenschutz durch Abhörsicherheit, Notruffunktion mit Ortungsmöglichkeit für die Einsatzkräfte und vieles mehr.
  • Bessere Sprachqualität: Kein störendes Rauschen, Unterdrückung von störendem Umgebungslärm durch Fahrzeuge, Personengruppen oder anderem.
  • Effizientere Einsätze: Flexibler Zusammenschluss von Funkteilnehmern verschiedener BOS in Kommunikations-Gruppen zur reibungslosen Kommunikation in Großschadenslagen, bessere Einsatzsteuerung durch GPS-Ortung und Datenübertragung.
  • Moderne, zukunftsorientierte Technik: Wir setzen mit TETRA auf eine weltweit bewährte Technik und bauen eines der modernsten Digitalfunknetze im Sicherheitsbereich.

Finanzierung des Digitalfunks in Bayern

Die Kosten für den Aufbau des Digitalfunknetzes in Bayern werden vom Freistaat Bayern und vom Bund getragen. Ende November 2009 haben sich das bayerische Finanzministerium und das bayerische Innenministerium, die kommunalen Spitzenverbände und die Sozialversicherungsträger als Kostenträger für den Rettungsdienst hinsichtlich der Beteiligung an den netzseitigen Betriebskosten geeinigt. Nähere Informationen dazu unter Finanzierung des Digitalfunks in Bayern.
 

Digitalfunk2Schutz der Bürger und Einsatzkräfte

Nach allen wissenschaftlich anerkannten Erkenntnissen gilt das TETRA-System des Digitalfunks - wie andere digitale Funksysteme auch – bei Einhaltung der Grenzwerte der 26. Bundesimmissionsschutz-Verordnung (BImSchV) als gesundheitlich unbedenklich. Messungen haben ergeben, dass beim BOS–Digitalfunk im Regelfall nur ein Bruchteil des erlaubten Grenzwertes erreicht wird.

Im Rahmen der Novellierung der 26. BImSchV wurden die Grenzwerte im Sommer 2013 auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Empfehlungen der unabhängigen internationalen Strahlenschutzkommission (ICNIRP) nochmals überprüft. Dabei wurde auch die Einstufung der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) vom Mai 2011 berücksichtigt. Im Ergebnis der Überprüfung sah die Bundesregierung kei-ne Hinweise für eine Revision der bestehenden Hochfrequenzgrenzwerte. Daher wurden die bestehenden Grenzwerte in der novellierten Fassung der 26. BImSchV auch für den Frequenzbereich des Digitalfunks der BOS erneut bestätigt.

Nähere Informationen zu diesem Thema unter Gesundheit und Umwelt im Internetangebot des Bayer. Staatsministeriums des Innern, für Bau und Verkehr.
 

Ansprechpartner
Stefan Haslbeck
Tel.: 08 71 / 8 08-12 64
Fax: 08 71 / 8 08-12 07
E-Mail: stefan.haslbeck@reg-nb.bayern.de

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