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Nuklearer Katastrophenschutz

Sonder-Katastrophenschutzplan für das Kernkraftwerk Isar

 

Was hat es mit einem Sonder-Katastrophenschutzplan für das Kernkraftwerk Isar auf sich?

Die Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen, GMBl Nr. 62/63 vom 19. Dezember 2008 treffen hierzu folgende Aussage:

„Deutsche Kernkraftwerke verfügen über Sicherheitseinrichtungen sowie vorgeplante Maßnahmen, die das Eintreten eines kerntechnischen Unfalls mit relevanten radiologischen Auswirkungen praktisch ausschließen sollen. Zu einem solchen Ereignisunfall kann es nur dann kommen, wenn die vorhandenen, mehrfach gestaffelten Sicherheitsmaßnahmen nicht greifen sollten und die zusätzlichen Maßnahmen zur Verhinderung schwerer Kernschäden und zur Eindämmung ihrer radiologischen Folgen nicht erfolgreich wären. Für diesen Fall werden Katastrophenschutzplanungen für die Umgebung von Kernkraftwerken erarbeitet.
Vorrangiges Ziel der Planungen ist, unmittelbare Folgen der Auswirkungen eines kerntechnischen Unfalls auf die Bevölkerung zu verhindern oder zu begrenzen. Unter unmittelbaren Folgen werden deterministische Effekte (das sind u. a. Strahlenschäden der Haut), insbesondere Frühschäden, und hohe Individualrisiken, deren Minderung Sofortmaßnahmen des Katastrophenschutzes erfordern, verstanden.“

Als wichtigste anzuordnende Katastrophenschutzmaßnahmen seien

  • Aufenthalt in Gebäuden
  • Ausgabe und Einnahme von Iodtabletten und
  • Evakuierung

genannt.

Des Weiteren müssen beispielsweise Verkehrseinschränkungen, Warnung vor dem Verzehr frisch geernteter Lebensmittel, Einrichtung von Notfallstationen u.v.a.m. vorbereitet sein.

Genaueres über die Sicherheitsmaßnahmen können Sie der pdf Informationsbroschüre "Ratgeber für die Bevölkerung in der Umgebung des Kernkraftwerkes Isar" (pdf, 1,13 MB) entnehmen. Diese wurde gemäß der Verpflichtung nach der Strahlenschutzverordnung vom Kernkraftwerksbetreiber unter Beteiligung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern und der Regierung von Niederbayern verfasst.

 

Wie sind die Zuständigkeiten in einem Katastrophenfall bei einer kerntechnischen Anlage?

Die Zuständigkeiten für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen unterscheiden sich grundsätzlich nicht von denen für andere Ereignisse (siehe Katastrophenschutz)

Bei dem auf dem Gebiet des Landkreises Landshut liegenden Kernkraftwerk Isar würde allerdings die Regierung von Niederbayern die Leitung übernehmen, sobald die Gefahr bestünde, dass das Gebiet mehrerer Kreisverwaltungsbehörden von den Auswirkungen eines Ereignisses betroffen wären.

Bei der Planung und im Ereignisfall arbeiten daher die Regierung und die betroffenen Kreisverwaltungsbehörden eng zusammen, tauschen die erforderlichen Informationen aus und koordinieren Bekanntmachungen, Verhaltensempfehlungen und Schutzmaßnahmen.

Die Eignung der behördlichen Planungen im Rahmen des nuklearen Katastrophenschutzes ist durch regelmäßige Übungen zu belegen. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus den Übungen fließen wieder in die Planungen ein.

 

Woher erhält die Regierung von Niederbayern radiologische Informationen?

Bei einem Ereignis in einer kerntechnischen Anlage kommt der radiologischen Fachberatung besondere Bedeutung zu. Diese wird vom Radiologiestab geleistet, der aus Mitarbeitern des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit (StMUG) und des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) gebildet wird.

Bei der Lagebeurteilung würden Messwerte eine entscheidende Rolle spielen. Neben Messungen und Probenahmen, die vom Betreiber und von Strahlenspürtrupps der Feuerwehren durchzuführen wären, würde auch auf Messwerte aus den beiden automatischen Radioaktivitätsmessnetzen in Bayern, nämlich dem Immissionsmessnetz für Radioaktivität (IfR) und dem Kernreaktor-Fernüberwachungssystem (KFÜ) zurückgegriffen werden. Darüber hinaus kann der Radiologiestab auf das bundesweite Strahlenmessnetz des Bundesamtes für Strahlenschutz zugreifen.

Auch Sie können spezielle KFÜ-Immissionsmesswerte, IfR-Messwerte und Daten des ODL-Messwertnetzes verfolgen.

 

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