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Jahrgangskombinierte Klassen an Grundschulen

Zum Konzept

Jahrgangskombinierte Klassen umfassen in der Regel Lerngruppen, die sich aus Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 1 und 2 bzw. der Jahrgangsstufen 3 und 4 zusammensetzen. Die Einrichtung dieser Kombiklassen beruht auf pädagogischen Konzepten, die - wie im Bereich der Elementarpädagogik auch - mit altersheterogenen Gruppen arbeiten und die Verschiedenheit an Wissen und Erfahrung innerhalb einer solchen Gruppe für das Lernen nutzen.

Die erzieherische und unterrichtliche Arbeit in jahrgangskombinierten Klassen orientiert sich - wie die Arbeit in jahrgangsreinen Klassen - an dem für die bayerischen Grundschulen konzipierten Lehrplan aus dem Jahr 2000. Dieser ist für das Fach Deutsch in den Jahrgangsstufen 1 und 2 bereits jahrgangsübergreifend angelegt.

Aber auch in allen weiteren Fächern entspricht es den Prinzipien effektiver Unterrichtsgestaltung, den Lernprozess auf die jeweiligen individuellen Lernvoraussetzungen abzustimmen. Es entstehen daher sowohl in den Jahrgangsstufen 1 und 2 als auch in den Jahrgangsstufen 3 und 4 stets Überschneidungen mit den Lehrplaninhalten der nächst höheren bzw. nächst niedrigeren Jahrgangsstufe. Diese Überschneidungen gilt es in jahrgangskombinierten Klassen im Klassenlehrplan wie im täglichen Unterricht in besonderer Weise didaktisch, methodisch und organisatorisch aufzubereiten.

Lernen in jahrgangsheterogenen Gruppen entspricht in mancher Hinsicht dem Lernen in nichtschulischen Bereichen wie Familie oder Freundeskreis. Neben dem Lernen am Modell spielt hier vor allem das Lernen in Helfer- bzw. Tutorensystemen, in Patenschaften und in Lerntandems eine zentrale Rolle. Diese Unterstützungsmöglichkeiten können besonders gut in offene Lernformen wie Wochenplanarbeit, Projektarbeit, Arbeit an Lerntheken oder mit Lernbausteinen etc. eingebracht werden.*

(* In Anlehnung an die Konzeptbeschreibung auf der Homepage des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst) .


Zahlen und Fakten

Im Schuljahr 2014/2015 gibt es in Niederbayern an 56 Grundschulen insgesamt 99 Klassen mit Jahrgangsmischung.
Davon sind in 56 Klassen die Jahrgangsstufen 1 und 2 kombiniert, 12 Klassen setzen sich aus Schülern der 2. und 3. Jahrgangsstufe zusammen und 31 Lerngruppen werden als Kombiklassen 3/4 geführt.


Experten für jahrgangskombiniertes Unterrichten

In jedem Schulamtsbezirk finden Sie einen oder mehrere "Experten für jahrgangskombiniertes Unterrichten", die Ihnen bei Fragen zum Unterricht in Kombiklassen zur Verfügung stehen sowie Fortbildungen und Hospitationsmöglichkeiten für Lehrkräfte anbieten.
Ihren Ansprechpartner entnehmen Sie folgender Aufstellung:

 

Rechtsgrundlage

Grundlage für das Unterrichten in jahrgangskombinierten Klassen ist Artikel 32 Abs. 2 des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetze (BayEUG). Demnach können an allen Grundschulen in Bayern Jahrgangsklassen gebildet oder zwei Jahrgangsstufen in einer Klasse zusammengefasst werden.

Außerdem werden jedes Jahr Richtlinien zur Klassenbildung veröffentlicht, die weitere Informationen und Maßgaben enthalten, so z.B. den Hinweis, dass jahrgangskombinierte Klassen auch parallel zu jahrgangsreinen Klassen unterrichtet werden können.


Weitere Informationen

 

Schulversuch "Flexible Grundschule"

Der aktuelle Modellversuch „Flexible Grundschule“, der in Kooperation des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst und der Stiftung "Bildungspakt Bayern" durchgeführt wird, basiert ebenfalls auf dem Konzept der Jahrgangsmischung in der Eingangsstufe. Erprobungsfelder werden darüber hinaus u.a. die flexible Verweildauer, methodisch-didaktische Fragestellungen, Aspekte der Diagnostik und individuellen Förderung sowie der Leistungserhebung betreffen. Außerdem werden Fragen der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus sowie zwischen Grundschule und Kindertagesstätte bzw. weiterführenden Schulen näher untersucht werden.

Aus dem Regierungsbezirk Niederbayern nehmen folgende Grundschulen am Schulversuch "Flexible Grundschule" teil:

  • GS St.-Peter-und-Paul Landshut - Stadt Landshut
  • GS Rotthalmünster - Lkr. Passau
  • GS Ulrich-Schmidl Straubing - Stadt Straubing
  • GS Oberpöring-Wallerfing – Lkr. Deggendorf
  • GS Moosthenning – Lkr. Dingolfing-Landau
  • GS Eggenfelden – Lkr. Rottal-Inn
  • GS Train – Lkr. Kelheim
  • GS Langdorf – Lkr. Regen
  • GS Haus im Wald – Lkr. Freyung-Grafenau
  • Abt-Utto-Grundschule MettenGrundschule SchwarzachGrundschule Frauenau
  • Grundschule Böbrach
  • Grundschule Arnbruck
  • GS St. Englmar-Perasdorf

 

Weitere Informationen zum Schulversuch finden Sie unter:

 

Ansprechpartner
Franz Schneider
Tel.: 08 71 / 8 08-15 02
E-Mail: franz.schneider@reg-nb.bayern.de