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Mittelschule

Der Bayerische Landtag schuf durch eine Gesetzesänderung, die ab 01.08.2010 in Kraft trat, die Möglichkeit, dass bisherige Hauptschulen auf Antrag der Sachaufwandsträger den Status und die Bezeichnung Mittelschule erhalten, wenn sie alleine oder zusammen mit anderen Schulen in einem Schulverbund ein umfassendes qualifiziertes Bildungsangebot dauerhaft gewährleisten können.

Dazu gehören: der Mittlere Bildungsabschluss, Ganztagsangebote in gebundener (Klassen) oder offener Form, die drei berufsorientierenden Zweige Technik, Wirtschaft, Soziales und eine Kooperation mit der regionalen Wirtschaft.

Durch verstärkte Berufsorientierung und erweiterte individuelle Förderung sollen die Mittelschüler zukünftig noch besser für deren Suche nach Ausbildungsplätzen und Arbeitsstellen vorbereitet und für die Bewältigung der wachsenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen fit gemacht werden.

Die Mittelschule hat in Niederbayern eingeschlagen. Schon ein Jahr nach der Einführung haben knapp 95 Prozent der Hauptschulen in der Region ihr Bildungsangebot so weiterentwickelt, dass sie den neuen Namen tragen dürfen. Im neuen Schuljahr wird es 115 Mittelschulen geben, 39 mehr als vor den Sommerferien. Das Konzept mit mehr individueller Förderung und intensiver Berufsvorbereitung geht auf – und sichert den Erhalt der kleinen Schulen.

In Mainburg, Plattling und Vilshofen gibt es eigenständige Mittelschulen. Sie erfüllen die Kriterien wie berufsorientierende Zweige und Ganztagsbetreuung ohne Partner. Die übrigen Mittelschulen haben sich in 36 Verbünden mit bis zu sechs Mitgliedern zusammengeschlossen. Die Mittelschulen in Velden (Landkreis Landshut) und Wiesenfelden (Landkreis Straubing-Bogen) gehören zu Verbünden, die nach Oberbayern und in die Oberpfalz reichen.

Die großen Vorteile der Mittelschule gegenüber der Hauptschule sind neben einem Ganztagsangebot und einem Angebot, das zum mittleren Schulabschluss führt, mehr Möglichkeiten für individuelle/modulare Förderung der Schüler unter Beibehaltung des Klassenlehrerprinzips, die Kooperation mit Partnern aus der Wirtschaft und der Arbeitsagentur und die Zusammenarbeit mit der Berufsschule. Außerdem helfen an vielen Mittelschulen Berufseinstiegsbegleiter den Absolventen beim Sprung in die Arbeitswelt.

Es gibt bereits erste Erfolge, auch in Sachen Schulorganisation: Zum Beispiel hat sich gezeigt, dass die Mittelschulen einen viel größeren Gestaltungsspielraum für den Einsatz der Lehrer haben, als es bei einzelnen Hauptschulen der Fall war.

Darum haben auch die letzten niederbayerischen Hauptschulen in den Landkreisen Landshut und Rottal-Inn schon signalisiert, dass sie im Schuljahr 2012/13 Mittelschulen sein wollen.

Regierungspräsident Heinz Grunwald freut sich über den guten Start der Mittelschule und lobt die Pädagogen vor Ort: "Dass die neue Schulart so gut ankommt, ist vor allem den engagierten Lehrern und Schulleitungen zu verdanken. Sie setzen das Konzept so gut um, dass die Schüler noch bessere Zukunftschancen haben und die Wirtschaft noch bessere Absolventen bekommt."

Jeder Mittelschulverbund und die vier einzelnen Mittelschulen erhalten ein eigenes Budget an Lehrerwochenstunden mit denen im Schulverbund flexibel Klassen gebildet werden konnten.

Jeweils ein Schulleiter aus dem Verbund wird von der Regierung von Niederbayern zum Verbundkoordinator ernannt. Er ist verantwortlich für die Klassenbildung und Lehrerstundenverteilung auf die in allen übrigen Bereichen eigenständig bleibenden Verbundsschulen.

Als beratendes Gremium wurde durch den Gesetzgeber ein Verbundausschuss geschaffen, in dem jede Mittelschule des Verbundes durch den jeweiligen Schuleiter, Elternbeiratsvorsitzenden, Schülersprecher und einen Vertreter des Sachaufwandsträgers repräsentiert wird.

Die bisherige Mindestgröße von 15 Schülern pro Klasse an Hauptschulen gilt nicht mehr für Mittelschulen.

 

Ansprechpartner
Franz Schneider
Tel.: 08 71 / 8 08-15 02
E-Mail: franz.schneider@reg-nb.bayern.de