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Geschützte Arten

Eine besondere Rolle im Artenschutz spielen die sogenannten gesetzlich geschützten Arten. Diese Arten müssen bei Planungs- und Zulassungsverfahren besonders berücksichtigt werden.

Die Begriffsbestimmung der besonders geschützten und der streng geschützten Arten findet sich im Bundesnaturschutzgesetz (§ 7 Abs. 2 Nr.13 und 14 BNatSchG).

Frauenschuh HunoldFrauenschuh (Foto: Hunold)

Besonders geschützt sind:

  • Arten der Anhänge A und B der EG-Artenschutzverordnung 338/97
  • Arten des Anhanges IV der FFH-Richtlinie
  • "Europäische Vögel" im Sinne des Art. 1 der EG-Vogelschutzrichtlinie
  • Arten der Anlage 1 Spalte 2 der Bundesartenschutzverordnung

Darüber hinaus streng geschützt sind:

  • Arten des Anhanges A der EG-Artenschutzverordnung 338/97
  • Arten des Anhanges IV der FFH-Richtlinie
  • Arten der Anlage 1 Spalte 3 der Bundesartenschutzverordnung

Der Frauenschuh ist streng geschützt. Dies bedeutet, dass er nicht ausgegraben oder gepflückt werden darf und seine Lebensräume nicht zerstört werden dürfen. In Niederbayern kommt er vor allem im Isartal und im Jura um Kelheim vor.

Laubfrosch OttLaubfrosch (Foto: Ott)

Auch der Laubfrosch ist streng geschützt. Er darf daher nicht gefangen werden, seine Lebensräume unterliegen ebenfalls dem Schutz. Detaillierte Informationen zum Laubfrosch finden Sie auf den Seiten des Deutschen Verbands für Landschaftspflege.

Für die besonders geschützten Arten gelten nach § 44 BNatSchG bestimmte Zugriffsverbote. Unter anderem ist es verboten, sie der Natur zu entnehmen, zu beschädigen, zu töten oder ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten bzw. Standorte zu beschädigen oder zu zerstören. Bei den streng geschützten Tierarten sowie den europäischen Vogelarten gilt zusätzlich das Verbot, sie während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs-, und Wanderungszeit erheblich zu stören. Ferner gelten für die besonders geschützten Arten bestimmte Besitz- und Vermarktungsverbote.

In § 44 Abs. 4 und 5 BNatSchG werden für bestimmte Nutzungen (land-, forst, fischereiwirtschaftliche), Eingriffe und Vorhaben die Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverbote eingeschränkt. Ausnahmen von diesen Verboten sind darüber hinaus in bestimmten Fällen ebenfalls möglich. Dies wird in erster Linie durch § 45 BNatSchG geregelt.

Welche Arten welchen Schutzstatus aufweisen, ist der Online-Datenbank WISIA zu entnehmen.

Spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP)

Artenschutz bei Genehmigungsverfahren

In vielen Zulassungsverfahren kommt dem Artenschutz eine hohe Bedeutung zu. Im Fokus stehen europäische Vogelarten, Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie, streng geschützte Arten sowie Arten, für die Deutschland eine besondere Erhaltungsverantwortung trägt. Das Sachgebiet liefert hierfür fachliche Beiträge und prüft vorgelegte Gutachten.

Methodische Hinweise sowie einen Überblick über die Verbreitung (bezogen auf Landkreise, Naturräume oder Topographische Karten) in Bayern gibt die Internet-Arbeitshilfe zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz.

Eine Orientierung zum Vorkommen einiger streng geschützter Arten in Niederbayern bietet die pdf Arbeitshilfe zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) für den Regierungsbezirk Niederbayern (pdf, 2,5 MB).

Für die Berücksichtigung des Artenschutzes bei Zulassungsverfahren hat sich der Begriff „spezielle artenschutzrechtliche Prüfung“ (saP) eingebürgert. Methodische Hinweise zur Berücksichtigung im Straßenbau finden sich bei der

Diese Hinweise wurden primär im Hinblick auf Straßenbauvorhaben entwickelt, finden aber darüber hinaus auch in anderen Verfahren Anwendung. Durch neue Gerichtsurteile können Abweichungen von diesen Hinweisen notwendig sein.

Zum Vollzug des Artenschutzes in Verfahren der Ländlichen Entwicklung wurden vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Einvernehmen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit Vollzugshinweise und Erläuterungen erarbeitet: