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Naturschutzprojekte

Naturschutzmaßnahmen werden häufig im Rahmen von Projekten umgesetzt. Solche Naturschutzprojekte werden in der Regel vom Freistaat, vom Bund oder der EU finanziell gefördert. Die Regierung von Niederbayern fungiert dabei vor allem als Ideengeber und Initiator und ist für die finanzielle Abwicklung der Projekte verantwortlich. Örtliche Projektträger wie Kommunen, Vereine und Verbände übernehmen ebenfalls einen Teil der Kosten und kümmern sich fachlich-inhaltlich um die Projekte. Sie sind deshalb für deren erfolgreiche Umsetzung unverzichtbar.

Die wichtigsten Projektkategorien in Bayern sind:

  • LIFE-Projekte
  • Naturschutzgroßprojekte des Bundes
  • BayernNetzNatur-Projekte

 

NaturschutzprojekteKarte der Naturschutzprojekte in Niederbayern
(Stand 2008 – das Life+ Projekt Danubia im Lkrs. Kelheim ist in der Karte noch nicht dargestellt)

 

LIFE für die Natur

Seit 1992 gibt es das LIFE-Programm der Europäischen Union. Damit soll vor allem die Umsetzung der Vogelschutz- und Habitatrichtlinie gefördert und so das Europäische Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ unterstützt werden. In Niederbayern wurden bzw. werden bislang drei LIFE-Projekte durchgeführt.

Zum Beispiel an der unteren Isar zwischen Dingolfing und Landau: Hier wurden fast vier Jahre lang Magerrasen wiederhergestellt, naturnahe Auwälder entwickelt und Quellstandorte gesichert. Mehr als 25 Hektar Fläche wurden angekauft und gepachtet, 17 Hektar Ackerflächen in Wald umgewandelt, 5 Hektar entbuscht. Träger war der Landkreis Dingolfing-Landau, wichtige Partner das Amt für ländliche Entwicklung, Wasserwirtschafts- und Forstamt, der Landschaftspflegeverband und zahlreiche Landwirte. Die Maßnahmen kamen vielen seltenen Arten zugute, zum Beispiel der Pyramidenorchis, einer deutschlandweit sehr seltenen Orchideenart.

Im LIFE-Projekt „Unterer Inn mit Auen“ wurden 3,86 Millionen € vor allem in den Ankauf von 108 Hektar Fläche investiert. Hier wurden Auwälder neu geschaffen, Pappelforste zu naturnahen Wäldern entwickelt, Magerrasen wiederhergestellt und Auengewässer angelegt. Ein wichtiger Baustein war auch die Entwicklung eines Nutzungskonzepts für Angler, Bootsfahrer, Jäger und Besucher, um der internationalen Bedeutung als Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für Vögel gerecht zu werden. Einmalig war die Projektstruktur: Träger waren nicht nur die Landkreise Passau und Rottal-Inn, sondern auch die Kraftwerksbetreiber und die Oberösterreichische Landesregierung.

Im jüngsten, noch nicht abgeschlossenen Projekt an den Hängen der Donau unterhalb von Vilshofen kümmert man sich – ebenfalls zusammen mit Oberösterreich – um die Entwicklung naturnaher Hang- und Schluchtwälder. Hier sollen insgesamt 150 Hektar Wald angekauft und 400 Hektar durch Nutzungsvereinbarungen gesichert werden. Weil Alteichen und Totholz als Lebensraum für den Hirschkäfer Mangelware sind, werden künstliche „Wiegen“ angelegt, in denen sich die Käferlarven entwickeln können. Aber auch Schwarzstorch und viele andere Arten profitieren von dem Projekt.

LIFE-Natur-Projekte

 

Projekte für Deutschland

Die Sicherung der Vielfalt an Arten und Lebensräumen ist eine der größten Herausforderungen, die sich der Weltgemeinschaft in den kommenden Jahren stellen. Auch die Bundesregierung sieht das so: Mit der Ratifizierung des UN-Abkommens zur biologischen Vielfalt hat sie sich zu dieser Verantwortung bekannt. Ein Grund, warum sie den Naturschutz auch finanziell unterstützt. In ausgewählten Naturschutzgroßvorhaben investiert sie jeweils mehrere Millionen Euro, um besonders schützenswerte Landschaften dauerhaft zu sichern.

Zwei von fünf bayerischen Naturschutzgroßprojekten liegen in Niederbayern. Eines davon ist im Isarmündungsgebiet bei Deggendorf durchgeführt worden. Mit fast 1 500 Hektar ist dieses Feuchtgebiet eine der größten noch weitgehend intakten Auenlandschaften Bayerns. Großflächige, regelmäßig überflutete Auwälder, zahlreiche Altwasser, Röhrichte und Sumpfwiesen bilden ein einzigartiges Biotop-Mosaik. Zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten kommen hier vor, wie zum Beispiel Becherglocke, Glänzende Wolfsmilch und Wanzen-Knabenkraut, die deutschland- oder sogar weltweit extrem selten geworden sind.

Mit dem Landkreis Deggendorf als Träger wurden von 1989 bis 2001 fast 10 Millionen Euro investiert. Damit wurden vor allem über 120 Hektar Auwälder angekauft und so langfristig gesichert, Feucht- und Nasswiesen renaturiert und Auengewässer großräumig gegen Einträge abgepuffert. Das „Infohaus Isarmündung“ hat sich zu einem Publikumsmagneten entwickelt, der Einheimischen und Gästen die wunderbare Naturlandschaft näher bringt.

Das zweite Großprojekt sind die „Altmühlleiten“. Neben dem Landkreis Kelheim in Niederbayern sind auch Kommunen in Oberbayern und Mittelfranken beteiligt. Hier geht es vor allem um die Sicherung der für das Altmühltal so typischen Wacholderheiden und naturnahen Buchenwälder. Das Projekt wurde im Jahr 2005 begonnen und soll im Jahr 2015 abgeschlossen sein.

Naturschutzgroßprojekte des Bundes


BayernNetz Natur

„BayernNetz Natur“ steht für Projekte und Initiativen zum Aufbau eines landesweiten Biotopverbundsystems. Freiwilligkeit und Kooperation sind die zwei Grundprinzipien. Die Gesamtverantwortung liegt bei den jeweils vor Ort tätigen Projektträgern. Ohne Verbände, Vereine, Kommunen, Behörden und anderen Institutionen wäre Bayern-Netz Natur nicht denkbar. In ganz Bayern gibt es 350 Projekte, in Niederbayern sind es 41.

In den Projekten werden nicht nur Lebensräume für Pflanzen und Tiere erhalten und wiederhergestellt. Durch die Renaturierung von Bächen und Flüssen und die Erhaltung von Feuchtlebensräumen leistet BayernNetz Natur einen Beitrag zum vorbeugenden Hochwasserschutz. Zum aktiven Klimaschutz tragen neben der Wiedervernässung von Mooren auch der Erhalt und die Wiederherstellung von naturnahen Wäldern bei. Regionalvermarktungskonzepte sorgen dafür, dass sich Naturschutz auch für Landwirte lohnt.

Ein gutes Beispiel ist das Projekt „Bischofsreuther Waldhufen“. Die Gemeinde Haidmühle und ein eigens gegründeter Förderverein kümmern sich in Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden, der Forstverwaltung, dem Naturpark Bayerischer Wald und den Naturschutzbehörden um die einmalige Kulturlandschaft im Landkreis Freyung-Grafenau. Über 100 Hektar Fläche wurden bereits optimiert.

Im „Rainer Wald“ in der Donauniederung bei Straubing ist fast alles zu finden, was einen Wald aus Naturschutzsicht wertvoll macht – ein enormer Strukturreichtum, eine bemerkenswerte Artenvielfalt und eine Urwüchsigkeit, wie es sie in Mitteleuropa nur noch selten gibt. Im Rahmen eines BayernNetz Natur-Projekts wurden mehr als 100 Hektar Wald erworben, Naturwaldparzellen ausgewiesen und zahlreiche Entwässerungsgräben geschlossen. Gezielte Hilfsmaßnahmen unterstützen die Bestände seltener Arten wie des Halsbandschnäppers.

"BayernNetz Natur"-Projekte

 

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