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Landschafts- und Landschaftsrahmenplanung

Die Raumplanung gliedert sich in drei Planungsebenen:

  • Landesebene (Landesplanung),
  • regionale Ebene (Regionalplanung),
  • kommunale Ebene (Bauleitplanung).

Ebenen der Landschaftsplanung

Die grünen Pfeile symbolisieren die Integration der landschaftsplanerischen Instrumente (linke Seite) in die Raumplanung (rechte Seite). Die einzelnen Planungsinstrumente liefern jeweils Zielvorgaben für die nachgeordneten Planungsinstrumente (blaue Pfeile)

Durch die Integration der Landschaftsplanung (Landschaftsprogramm, Landschaftsrahmenplan, Landschaftsplan, Gründordnungsplan) in die jeweiligen Planungsinstrumente der Raumplanung (Landesentwicklungsprogramm, Regionalplan, Flächennutzungsplan, Bebauungsplan) erhält sie ihre Verbindlichkeit. Mit dieser sogenannten Primärintegration nimmt die Landschaftsplanung an der Rechtswirkung der Raumplanung teil.

Die Instrumente der Landschaftsplanung nehmen auf den drei Planungsebenen unterschiedliche Ziele und Aufgaben wahr.

 

Landesebene: Landschaftsprogramm

Das Landschaftsprogramm stellt die im Interesse des gesamten Landes erforderlichen Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege gutachtlich dar. Seine Verbindlichkeit gegenüber Behörden erhält das Landschaftsprogramm durch die Integration in das Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP). Zuständig für die Erstellung des Landschaftsprogramms ist das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG).

 

Regionale Ebene: Landschaftsrahmenplan und Landschaftsentwicklungskonzept

Der Landschaftsrahmenplan (LRP) liefert eine integrierte und räumlich konkrete Darstellung der angestrebten landschaftsplanerischen Entwicklung der jeweiligen Planungsregion. Unter Einbeziehung aller Schutzgüter (Boden, Wasser, Klima/Luft, Pflanzen und Tiere, Landschaftsbild, historische Kulturlandschaft, Landschaftserleben/Erholung) zeigt der Landschaftsrahmenplan auf, welche Bereiche der Region aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu sichern, zu verbessern und zu entwickeln sind. Der LRP ist eine fachliche Weiterentwicklung der in der Vergangenheit erstellten, umfangreichen Landschaftsentwicklungskonzepte (LEK, s.u.). Seine Verbindlichkeit gegenüber Behörden erhält der Landschaftsrahmenplan durch die Integration in den jeweiligen Regionalplan. Zuständige für die Aufstellung ist die Höhere Naturschutzbehörde bei den Bezirksregierungen.

Im Rahmen eines Pilotprojektes wurde ein Modell-Landschaftsrahmenplan für die künftige Landschaftsrahmenplanung in Bayern erarbeitet. Es handelt sich dabei um den Landschaftsrahmenplan für die Region Donau-Wald (Planungsregion 12).

Die regionalen Landschaftsentwicklungskonzepte (LEK) als Vorgänger der Landschaftsrahmenpläne waren ein landesweites Projekt, dessen Ziel war, für alle 18 bayerischen Planungsregionen aktuelle und moderne Landschaftsrahmenplanungen in Form eigenständiger Fachkonzepte zu erstellen. Das LEK hat – wie der Landschaftsrahmenplan - keine eigenständige Rechtsverbindlichkeit. Die Zuständigkeit lag wie beim LRP bei der Höheren Naturschutzbehörde der Bezirksregierungen.

Zwischenzeitlich wurde die Erstellung von Landschaftsentwicklungskonzepten aufgrund der langen Planungszeiträume und hohen Kosten eingestellt. Für sechs Planungsregionen liegt ein LEK vor, darunter für Niederbayern das Landschaftsentwicklungskonzept Landshut (Planungsregion 13).
Mit dem Landschaftsrahmenplan Donau-Wald und dem Landschaftsentwicklungskonzept Landshut liegen in Niederbayern auf regionaler Ebene mit Ausnahme für Teile des Landkreises Kelheim, der zur Planungsregion 11 (Regensburg) gehört, flächendeckend landschaftsplanerische Aussagen vor.

PlanungsregionenKarte der niederbayerischen Planungsregionen 12 und 13

 

Kommunale Ebene: Landschaftsplan und Grünordnungsplan

Der Landschaftsplan ist ein vorsorgeorientiertes Planungsinstrument auf Gemeindeebene. Er verfolgt einen ganzheitlichen, flächendeckenden Ansatz zum Schutz, zur Pflege, zur Entwicklung und - soweit erforderlich - zur Wiederherstellung von Natur und Landschaft. Die Darstellungen des Landschaftsplanes werden durch die Integration (des Landschaftsplanes) in den Flächennutzungsplan für die Gemeinde und Behörden verbindlich.
Der Grünordnungsplan setzt für einen Teil des Gemeindegebietes (Geltungsbereich eines Bebauungsplanes oder Teile eines Bebauungsplanes) die örtlichen Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege fest. Seine Festsetzungen sind durch die Integration des Grünordnungsplanes in den Bebauungsplan für jedermann verbindlich.

Zuständig für de Aufstellung der Landschafts- und Grünordnungspläne ist die jeweilige Gemeinde.


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