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Geotope

Pfahl LorenzDer Pfahl (Foto: Lorenz)

Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur. Sie umfassen z. B. Aufschlüsse von Gesteinen, Felsformen, Höhlen oder Quellen.

Schutzwürdige Geotope zeichnen sich durch ihre besondere erdgeschichtliche Bedeutung, Seltenheit, Eigenart oder Schönheit aus. Für Wissenschaft, Forschung und Lehre sowie für Natur- und Heimatkunde sind sie Dokumente von besonderem Wert. Die bekanntesten Geotope in Niederbayern sind die Weltenburger Enge mit ihren faszinierenden Gesteinsformationen oder der sich wie eine gerade Linie durch die Landschaft Ostbayerns „schneidende“ Pfahl.

Weltenburger EngeDie Weltenburger Enge bei Kelheim war das
erste Schutzgebiet Bayerns.

Ihr Schutz bildete bereits im 19. Jahrhundert den Ausgangspunkt der Naturschutzbewegung. In der Romantik begann man sich vor allem für bizarre Felsgebilde zu interessieren. Dichter, Gelehrte und Adlige besuchten jene Orte, die teilweise vor Jahrtausenden bereits eine kultische Bedeutung hatten. Namen wie Druidenstein, Jungbrunnen, Teufelshöhle usw. sind Zeugnisse aus jener Zeit. Mit der beginnenden Wertschätzung kam es auch zu den ersten Naturschutzmaßnahmen. Bereits 1840 verfügte König Ludwig I. von Bayern die Erhaltung der Weltenburger Enge bei Kelheim an der Donau, um sie vor einer Zerstörung durch Steinbruchbetriebe zu schützen.

Der Pfahl ist eine der erstaunlichsten Naturerscheinungen in Bayern. Dieser etwa 150 km lange Quarzrücken durchzieht das gesamte nördliche Niederbayern und zählt zu den national bedeutsamen „Geotopen“. Daneben hat der Pfahl aber auch eine wichtige Funktion als Lebensraum seltener, wärme- und trockenheitsliebender, an nährstoffarme Standorte angepasster Tier- und Pflanzenarten.

 

Weitere Informationen
  • Die schönsten Geotope Bayerns oder in Ihrer Umgebung finden Sie unter www.geotope.bayern.de. Dort finden Sie auch Info-Broschüren und können den Sonderband Geotope in Niederbayern. Erdwissenschaftliche Beiträge zum Naturschutz (Bd. 4) bestellen.