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Schutzgebiete und Schutzobjekte

Schutzgebiete sind ein unverzichtbarer Baustein für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Hier hat die Natur Vorrang vor anderen Ansprüchen. Das gilt vor allem für Naturschutzgebiete: sie haben eine besondere Funktion als Lebensstätte seltener oder gefährdeter Tier- und Pflanzenarten oder zeichnen sich durch besondere Eigenart, Seltenheit oder Schönheit aus.

In Nationalparks gelten strenge, international festgelegte Schutzstandards, wonach die Natur auf
mindestens drei Viertel der Fläche ungestört sich selbst überlassen bleiben soll, ganz ohne Einfluss des Menschen. Als erster in Deutschland überhaupt wurde der Nationalpark Bayerischer Wald im Jahr 1970 gegründet. Zusammen mit dem angrenzenden tschechischen Sumava-Nationalpark ist er mit einer Fläche von mehr als 900 km² das größte Waldschutzgebiet Mitteleuropas.

In Niederbayern gibt es daneben noch zwei Naturparke: den Naturpark Bayerischer Wald und
den Naturpark Altmühltal. In diesen Gebieten stehen naturnahe Erholung und nachhaltiger Tourismus im Vordergrund. Mit einer Gesamtfläche von 2240 km2 entfallen 22 % der Fläche Niederbayerns auf diese Schutzkategorie.

Landschaftsschutzgebiete dienen ebenfalls in erster Linie der Sicherung des Landschaftsbildes gewachsener Kulturlandschaften und der Erholung. In Niederbayern gibt es 62 davon.

Geschützte Landschaftsbestandteile und Naturdenkmäler sind kleinflächige Schutzgebiete oder Einzelschöpfungen der Natur wie zum Beispiel die „Steinere Rinne“ bei Usterling im Isartal – ein Kalktuffgebilde – oder die 800jährige Linde bei Jacking im Landkreis Passau.

92 niederbayerische Gebiete sind als FFH- oder EU-Vogelschutzgebiete Teil des europäischen Netzwerks NATURA 2000. Insgesamt unterliegen 28 % der Fläche Niederbayerns einem gesetzlichen Schutz.

Für einen Teil der Schutzgebiete gibt es eigens Gebietsbetreuer, die vor Ort als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Neben den Gebietsbetreuern können zur Unterstützung der Naturschutzbehörden und der Polizei nach Art. 49 Abs. 1 Satz 1 BayNatSchG ehrenamtliche Hilfskräfte bestellt werden, die sich aktiv für den Naturschutz vor Ort einsetzen und Wissen und Freude über die Natur vermitteln.

Die sog. Naturschutzwacht arbeitet im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde am jeweiligen Landratsamt. Als Bindeglied zwischen Bevölkerung und Verwaltung fördert sie das Verständnis für Naturschutz und Landschaftspflege und informiert die Bürgerinnen und Bürger über den richtigen Umgang mit der Natur. Zudem hat die Naturschutzwacht die Aufgabe, Zuwiderhandlungen gegen Rechtsvorschriften, die den Schutz der Natur, die Pflege der Landschaft und die Erholung in der freien Natur regeln, festzustellen, zu unterbinden sowie bei der Verfolgung solcher Zuwiderhandlungen mitzuwirken. Sie trägt somit maßgeblich zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen bei.

Im Einsatz hat die Naturschutzwacht einen Ausweis und ihr Dienstabzeichen zu tragen.

SchutzgebieteSchutzgebiete in Niederbayern

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