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Naturschutzgebiete

Naturschutzgebiete sind die Zentren der Biologischen Vielfalt. Sie sind besonders artenreich, Lebensraum sehr seltener Arten oder charakterisieren in besonderem Maße landschaftstypische Lebensräume.

Sie dienen insbesondere der Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung von Lebensräumen und der darin lebenden Tier- und Pflanzenarten. In ihnen ist jede Zerstörung, Veränderung oder Beeinträchtigung untersagt. Nutzungen sind zulässig und oft auch erwünscht, wenn sie mit Schutzzweck vereinbar sind.

In der „Todtenau“, dem größten Moorkomplex des Vorderen Bayerischen Waldes bei Kirchberg zwischen Deggendorf und Regen kommen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten vor, die an die extremen Lebensverhältnisse – Nässe und Nährstoffarmut – angepasst sind, wie beispielsweise Sonnentau, Blumenbinse und Spirke.

Sippenau LorenzSippenauer Moor (Foto: Lorenz)

Ein echtes Kleinod ist das „Sippenauer Moor“ bei Kelheim. Durch schwefelhaltiges Karstwasser entstand hier auf nicht einmal 10 Hektar Fläche ein Quellmoor der besonderen Art. Mehr als 250 Farn und Blütenpflanzenarten sowie über 60 Moosarten wurden hier nachgewiesen, darunter Kostbarkeiten wie das Strohgelbe Knabenkraut und der Kammfarn, die in Niederbayern nur noch hier zu finden sind, sowie Mehlprimel oder Fettkraut.

Ganz anders ist der „Hochwald am Dreisessel“. Dieser fast 300 Hektar große Bergfichtenwald erinnert an die Waldheimat Adalbert Stifters. Hier auf einem der höchsten Berge des Bayerischen Waldes am Dreiländereck Bayern – Österreich – Tschechien leben Auer- und Haselhuhn, Dreizehenspecht und Gartenschläfer. Mit viel Glück bekommt man sogar einen Luchs zu Gesicht.

Ein besonderes Prädikat trägt die „Weltenburger Enge“: Sie ist das einzige bayerische Naturschutzgebiet mit Europadiplom, einer Auszeichnung des Europarats in Straßburg. Oberhalb von Kelheim zwängt sich die naturbelassene Donau durch malerische Kalkfelsen inmitten naturnaher Buchenwälder. Hier leben Uhu und Wanderfalke oder seltene Pflanzen wie die Alpen-Aurikel, ein echtes Relikt der Eiszeit.

In Niederbayern gibt es derzeit 62 Naturschutzgebiete mit einer Fläche von rund 7300 Hektar. Das größte Naturschutzgebiet liegt an der Isarmündung (808 Hektar).

 

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