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Lärmaktionsplanung in Niederbayern

Mit der EG-Umgebungslärmrichtlinie 2002/49/EG wurde ein neues gesetzliches Instrument der EU eingeführt, um dringenden Lärmproblemen entgegen zu wirken. Zentrales Ziel dieser Richtlinie ist die Erfassung und Minderung von Umgebungslärm, der vor allem in dicht besiedelten Gebieten zu einer erheblichen, manchmal auch gesundheitlichen Belastung der dort lebenden Menschen führen kann. Anhand von Lärmkarten sind diese Lärmbelastungen, die hauptsächlich durch den Verkehr verursacht werden, aufzuzeigen und zu bewerten. Bei problematischen Lärmsituationen sind Aktionspläne zur Lärmminderung zu erstellen.

Autobahn

Die EU-Umgebungslärmrichtlinie 2002/49/EG wurde im Bundes-Immissionsschutzgesetz und in der 34. BImSchV in deutsches Recht umgesetzt. In einer ersten Stufe sind zunächst für Orte an Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von über 6 Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr oder an Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 60.000 Zügen pro Jahr Lärmkarten zu erstellen. Auf Basis dieser Lärmkarten können Orte mit problematischen Lärmsituationen ausfindig gemacht werden. Für diese Orte sind dann Lärmaktionspläne aufzustellen, mit denen Lärmprobleme und Lärmauswirkungen geregelt werden.

Die Aktionsplanung soll sich in erster Linie mit der Sanierung der Lärmbrennpunkte befassen. Weder die Europäische Union noch der Bund haben für die Notwendigkeit der Lärmaktionsplanung verbindliche Lärmwerte vorgegeben. Als Anhalt wird die Überschreitung eines 24-Stunden-Wertes Lden von 70 dB(A) und eines Nachtwertes Lnight von 60 dB(A) angesehen.

Zuständig für die Erstellung der Lärmkarten an Hauptverkehrsstraßen ist das Bayerische Landesamt für Umwelt. Die Lärmkarten können im Internet unter http://www.umgebungslaerm.bayern.de abgerufen und ausgedruckt werden. Die Erstellung der Lärmaktionspläne obliegt den Kommunen selbst. In Niederbayern hat die Stadt Landshut einen Lärmaktionsplan erstellt.

Zuständig für die Erstellung der Lärmkarten an Haupteisenbahnstrecken ist das Eisenbahn-Bundesamt. Die Lärmkarten können im Internet unter http://laermkartierung.eisenbahn-bundesamt.de abgerufen und ausgedruckt werden. Für die Erstellung der Lärmaktionspläne an Eisenbahnstrecken ist das Sachgebiet 50 der Regierung von Niederbayern zuständig. Für die Stadt Straubing wird der Lärmaktionsplan derzeit erstellt.

In der zweiten Stufe der Umgebungslärmrichtlinie 2012 werden für Orte an Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von über 3 Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr oder an Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 30.000 Zügen pro Jahr Lärmkarten erstellt. Dann werden für weitere Gemeinden Lärmaktionspläne zu erstellen sein.

 

Ansprechpartner
Dieter Haslbeck
Tel.: 08 71 / 8 08-1849
E-Mail: dieter.haslbeck@reg-nb.bayern.de

Christian Hammerl
Tel.: 08 71 / 8 08-1845
E-Mail: christian.hammerl@reg-nb.bayern.de

 

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