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von Niederbayern 

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16.02.2005-46/2005

Regierung veröffentlicht Broschüre zu Luchsmanagement im Bayerischen Wald und angrenzenden Regionen

Auf 120 Seiten gibt es nun eine ausführliche Dokumentation des internationalen Luchssymposiums, das von der Regierung von Niederbayern und dem Naturpark Bayerischer Wald e.V. in Zwiesel veranstaltet wurde.
Vorträge und Diskussionsbeiträge führender Luchs-Experten behandeln eingehend die aktuelle Bestandssituation, Gefährdungen, Bestands-Tendenzen sowie Management-Strategien für eine dauerhafte Ansiedlung des Luchses in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die Veröffentlichung stellt das derzeit ausführlichste Kompendium zur Situation des Luchses in Mitteleuropa dar.

Die Dokumentation ist als Heft 4 in der Reihe „Naturschutz in Niederbayern“ erschienen und kostenlos erhältlich bei: Regierung von Niederbayern, Servicebüro Abt. 8, Regierungsplatz 540, 84028 Landshut, Tel. 0871 / 808-1081/-1085; E-Mail: umwelt@reg-nb.bayern.de. Die Publikation ist im Internet unter www.regierung.niederbayern.bayern.de als pdf-Datei eingestellt.

Der Luchs (Lynx lynx) war in den meisten Mittelgebirgen Mitteleuropas sowie den Alpen seit etwa der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgerottet – so auch im Bayerischen Wald. Ursache war nicht die Lebensraumzerstörung, sondern die direkte Nachstellung durch den Menschen. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden erstmals wieder Luchse im Bayerisch-Böhmischen Grenzgebirge gesichtet. Seitdem war eine zwar langsame, doch stetige Zunahme der Luchsnachweise zu verzeichnen gewesen. In den letzten Jahren scheint sich dieser Trend wieder umzukehren.

Diese besorgniserregende Entwicklung nahmen die Regierung von Niederbayern und der Luchsberater des Naturparks Bayerischer Wald e.V. zum Anlass, zu einer internationalen Expertenrunde einzuladen, um Möglichkeiten und Grenzen eines Luchsmanagements für Mitteleuropa zu diskutieren. Schwerpunkt waren die deutschen Mittelgebirge (Bayerischer Wald, Schwarzwald, Pfälzer Wald, Harz), der Böhmische Wald und die Österreichischen und Schweizer Alpen. Die nun vorliegende Publikation enthält eine vollständige Widergabe der Fachvorträge sowie eine Zusammenfassung der Diskussionsergebnisse.

Bestandsaufnahme und Handlungsbedarf: Die wichtigsten Ergebnisse der Tagung

Bayern trägt in Deutschland eine besondere Verantwortung für den Luchs. Dies gilt sowohl für den Ringschluss der zentraleuropäischen Luchspopulation zwischen dem Bayerischem Wald und dem Karpatenbogen, wie auch für die Vernetzung existenter Luchspopulationen im Alpenraum und als Ausgangspunkt einer Wiederbesiedelung der deutschen Mittelgebirge. Die Luchsvorkommen Ostbayerns sind Teil einer über den Bayerisch-Böhmischen Wald – sprich Tschechien und Oberösterreich – zusammenhängenden Gesamtpopulation. Ein fachlich sinnvolles Management erfordert daher eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Abstimmung. Die von den tschechischen Fachleuten dargestellte Situation des Luchses in Böhmen deutet auf erhebliche Eingriffe in die Luchspopulation durch Wilderei hin. Die erkennbaren Dimensionen der Wilderei schädigen den Gesamtbestand im Bayerisch-Böhmisch-Österreichischen Grenzgebirge und bedrohen den Fortbestand des Luchses im größten zusammenhängenden Waldgebiet Mitteleuropas.

Wichtig für das Luchsmanagement ist, dass sich alle mit dem Luchs befassten Institutionen und Personenkreise, d. h. Behörden, Verbände, Jäger und Förster für den Luchs verantwortlich fühlen und diese Verantwortung auch nach außen vertreten. Öffentlichkeitswirksame Aktionen allein genügen nicht, dem Luchs ein Leben in den mitteleuropäischen Wäldern zu ermöglichen. Vorrangig gilt es, einen klaren Handlungsrahmen für ein länderübergreifendes Management zu schaffen und darin dem Luchs wie auch den Jägern eine verlässliche Perspektive zu geben.

Bayern hat für den Luchs bereits erhebliche Anstrengungen unternommen. Mit einem schlüssigen Gesamtkonzept ähnlich etwa dem Schweizer Modell, das sowohl räumliche als auch zeitliche Perspektiven für ein Miteinander von Mensch und Luchs aufzeigt, gilt es nun Konfliktpotential für eine tragfähige Zusammenarbeit der verschiedenen Interessengruppen abzubauen.

 

Anlage: 1 Foto