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Pressemitteilung 117/2012

27.03.2012 - 117/2012
Niederbayern / Wasserwirtschaft
Neue Wege beim Boden- und Gewässerschutz in Niederbayern
Behörden unterzeichnen die Landshuter Erklärung

Die niederbayerischen Behörden mit Zuständigkeiten für den Boden- und Gewässerschutz wollen künftig noch enger zusammenarbeiten und damit noch mehr für die Umwelt tun. Das haben sie heute mit der Unterzeichnung der pdf Landshuter Erklärung (pdf, 1,96 MB) in der Regierung von Niederbayern besiegelt. Anlass war eine Tagung zum erfolgreichen Modellprojekt zur Verbesserung des Boden- und Gewässerschutzes rund um den Rottauensee bei Postmünster im Landkreis Rottal-Inn. Das vierjährige Modellprojekt läuft im Herbst aus. Das Ziel ist nun, die Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Kommunen und Fachbehörden in ganz Niederbayern weiter zu verbessern – und Vorbild für andere Regionen im Freistaat zu sein.

„Niederbayern entwickelt sich zum Kompetenzzentrum für Boden- und Gewässerschutz“, sagte Regierungspräsident Heinz Grunwald in seiner Einführung. Das Modellprojekt Rottauensee habe gezeigt, dass es möglich ist, viele Beteiligte aus Landwirtschaft, Kommunen und Verwaltung an einen Tisch zu bringen und die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bringen. „Der Hut muss zwar an der einen oder anderen Stelle flexibler sein, aber es funktioniert.“

Postmünsters Bürgermeister Ludwig Eder lobte die Bemühungen aller Beteiligten vor Ort. Die Landwirte müssten zwar auf die Wirtschaftlichkeit ihrer Arbeit achten und darum das Maximum aus ihren Flächen herausholen, sagte er. Aber es gebe gute Ansätze, den Boden dabei so schonend wie möglich zu bewirtschaften. Die Zauberwörter für die Fachleute sind Mulchsaat und Direktsaat.

Josef Eichenseer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfarrkirchen freute sich über das Zeichen, dass die Verwaltung mit dem Modellprojekt Rottauensee gesetzt hat. Der Landkreis Rottal-Inn ist wegen des hügeligen Geländes, der Bodenbeschaffenheit und den zunehmenden Ackerflächen stark von Bodenerosion betroffen. Das ist ein Problem, weil dadurch wertvolles Ackerland verloren geht und Gewässer belastet werden. „Ein guter Grund für die Behörden, genau hier anzupacken“, sagte Eichenseer.

Am Rottauensee war deutlich sichtbar, dass über die Ufer und die Rott viel Erde und Dünger geflossen ist - er wurde immer seichter. Darum war der See ideal für das Modellprojekt. Und es zeigt Wirkung: Immer mehr Landwirte stellen zum Beispiel auf Ackerbewirtschaftung um, bei der das ganze Jahr über Pflanzen den Boden bedecken und damit den wertvollen Ackerboden vor Erosion schützen. Immer mehr Gemeinden beginnen, erosionsgefährdetes Gelände mit Puffersystemen wie begrünten Geländemulden, Rückhaltebecken oder Grünstreifen am Rand von Gewässern abzusichern.

Bereits jetzt schlagen Landwirte und Kommunen im ganzen Rott- und Vilstal diesen Weg ein. Dieser Erfolg soll nun auch über das Modellprojekt Rottauensee hinaus in ganz Niederbayern fortgesetzt werden.

Pm12117 1Die Vertreter der niederbayerischen Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, des Amts für Ländliche Entwicklung Niederbayern, der Fachberatung für Fischerei, der Wasserwirtschaftsämter und der Regierung von Niederbayern präsentieren die Landshuter Erklärung zum Boden- und Gewässerschutz.

 

Pm12117 2Walter Czapka (links), Leiter der Umweltabteilung der Regierung von Niederbayern, und Werner Eberl, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Landshut, präsentieren die Landshuter Erklärung, mit der sich die Behörden verpflichten, noch enger für noch mehr Umweltschutz zusammenzuarbeiten.