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Pressemitteilung 160/2012

10.05.2012 - 160/2012
Niederbayern / Soziales
Niederbayern feiert seine Stifter
Stiftungsforum der Regierung von Niederbayern in Landshut

Regierungspräsident Heinz GrunwaldRegierungspräsident Heinz Grunwald
begrüßte rund 100 Stiftungsverantwortliche
im großen Sitzungssaal der Regierung von
Niederbayern. Darunter auch Hanns Egon
Wörlen (erste Reihe Dritter von rechts),
Gründer des Museums Moderner Kunst in
Passau.

200 Stiftungen gibt es mittlerweile in Niederbayern, die Hälfte davon ist in den vergangenen zwölf Jahren entstanden. Damit hat die Region einen Stiftungsboom erlebt, der Niederbayern noch lebenswerter macht. Das hat die Regierung von Niederbayern heute mit ihrem Stiftungsforum in Landshut gefeiert.

Stiftungen helfen da, wo der Staat zwar sein Bestes tut, aber nicht alles abdecken kann – im sozialen Bereich, in der Forschung und in der Bildung, bei Kunst und Kultur und im Natur- und Umweltschutz. „Darum danke ich allen Stiftern und Verantwortlichen in den Stiftungen“, sagte Regierungspräsident Heinz Grunwald bei der Eröffnung.

Einer davon ist der Schriftsteller und Dichter Dr. Reiner Kunze, der in Obernzell bei Passau lebt. Er stellte seine Stiftung vor, die sich um den Aufbau eines Museums für Kunst und deutsch-deutsche Geschichte kümmert. Im Wohnhaus von Kunze und seiner Frau soll nach dem Tod des Ehepaares eine Ausstellung gezeigt werden, die „gegen die Verklärung der Vergangenheit wirkt und gegen ideologische Verblendung immunisiert“, wie Kunze sagte.

Dr. Reiner KunzeDr. Reiner Kunze zu seinem Motiv für ein
Kunst- und Geschichtsmuseum: „Durch
meine Arbeit als Schriftsteller haben sich
viele deutsch-deutsche Fakten angesammelt,
die nie an die Öffentlichkeit gelangt sind oder
verleugnet wurden.“

Der Lyriker schilderte einige Erfahrungen aus seinem Leben in der DDR, die ihn und seine Familie wegen seines Widerstands gegen das Regime unter Druck setzte. Seine Tochter zum Beispiel sei in der Schule als Kind eines Staatsfeindes beschimpft worden, das die anderen Schüler verseuche. Erlebnisse wie dieses haben ihn zu einem leidenschaftlichen Stifter gemacht, der mit politischen Kunstwerken die Geschichte dokumentieren und über die Diktatur aufklären will.

Um sein Wohnhaus in ein modernes Museum umwandeln zu können, ist Kunze auf der Suche nach einem Zustifter, der das Projekt finanziell unterstützt. „Als Anerkennung dafür würde das Museum nach dem Investor benannt werden“, sagte er.

Damit Kunze und alle anderen niederbayerischen Stifter noch viel Gutes tun können, gab der Anwalt, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Harald Spiegel in einem Vortrag schließlich Tipps zum Stiftungsrecht.

Pm12160 3Anwalt Harald Spiegel informierte die
Stiftungsverantwortlichen über Änderungen
und wichtige Neuigkeiten im Stiftungsrecht.

Die Regierung ist die Aufsichtsbehörde der niederbayerischen Stiftungen und gemeinsam mit den Finanzämtern Ansprechpartner bei allen rechtlichen und organisatorischen Fragen. Mit dem Stiftungsforum würdigt sie die Arbeit der Stiftungen und fördert den Austausch der Stiftungen untereinander.

Wer eine Stiftung gründen will, bekommt Auskünfte bei der Regierung von Niederbayern unter Telefon 0871/808 1078 oder unter www.regierung.niederbayern.bayern.de unter „Genehmigungen“ in der Rubrik „Wir für Sie“. Ein Verzeichnis aller Stiftungen in Bayern (ohne kirchliche Organisationen) ist unter www.stiftungen.bayern.de veröffentlicht.