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Pressemitteilung 227/2012

03.07.2012 - 227/2012
Niederbayern / Soziales
„Was man liebt, schickt man in den Wald“
Ausstellung zu Wald- und Naturkindergärten in der Regierung von Niederbayern

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Pm12227Regierungspräsident Heinz Grunwald bei der
Eröffnung der Ausstellung zu den
Schalkhamer Waldkindern: „Ihr seid sogar für
viele Erwachsene Vorbilder, weil ihr so viel
über die Natur wisst.“

Lernen in der Natur macht Spaß und Kinder fit für die Schule – das wollen der Landesverband der Wald- und Naturkindergärten Bayern und drei niederbayerische Waldkindergärten mit einer Ausstellung in der Regierung von Niederbayern in Landshut zeigen. Ein Schwerpunkt sind Informationen darüber, wie gut der staatliche Bildungs- und Erziehungsplan in diesen Einrichtungen umgesetzt wird.

„Waldkindergartenkinder sind schulfähig“, sagte Landesverbandsvorsitzender Franz Huber bei der Eröffnung der Ausstellung. Die Wald- und Naturkindergärten erfüllten alle Bildungsvorgaben und den Kindern würden alle notwendigen Kompetenzen vermittelt. In der Natur entwickelten sich die Kinder zu verantwortungsvollen und starken Persönlichkeiten. „Das ist die wichtigste Voraussetzung für Erfolg in der Schule und danach“, sagte Huber.

„Ihr seid Vorbilder für viele Kinder – und auch für viele Erwachsene“, sagte Regierungspräsident Heinz Grunwald zu den Kindern des Waldkindergartens Schalkham (Landkreis Landshut), die für eine Musik- und Tanzaufführung gekommen waren. „Weil ihr ganz genau wisst, dass man auf die Pflanzen und die Tiere aufpassen muss. Außerdem ist laufen, springen und auf Bäume klettern gut für den Kopf.“
Claudia Sandmeyer, Leiterin des Waldkindergartens Schalkham, fasste den Wert der natürlichen Pädagogik mit Blick auf die Kinder so zusammen: „Was man liebt, das schickt man in den Wald.“

Pm12227 3Franz Huber, Vorsitzender des
Landesverbands der Wald- und
Naturkindergärten in Bayern, führt die
Besucher durch die Ausstellung und erklärt
das Konzept der Waldpädagogik – Kinder mit
Hilfe der Natur zu starken Persönlichkeiten
reifen lassen.

In der Ausstellung präsentieren sich neben dem Landesverband der Waldkindergarten Niederaichbach, der Waldkindergarten Schalkham (beide Landkreis Landshut) und der 1. Holledauer Waldkindergarten mit seinen Einrichtungen Waldkindergarten Pfeffenhausen in Viehhausen/Stadt Rottenburg, Waldkindergarten Einkreut in der Gemeinde Ergoldsbach (beide Landkreis Landshut) und Waldkindergarten Hart in der Gemeinde Laberweinting (Landkreis Straubing-Bogen). Zu sehen sind Informationstafeln, Plakatwände und Bastelarbeiten.

Die Schau ist bis Ende September von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr zu sehen.

 

Informationen zu Wald- und Naturkindergärten

Schon in der bayerischen Verfassung spielt der freie Zugang zu Naturschönheiten eine große Rolle. Die Naturpädagogik nimmt auch in der Verordnung zur Ausführung des bayerischen Kinderbildungs- und betreuungsgesetzes eine große Rolle ein. Umweltbildung und -erziehung ist ein wesentliches Ziel der Bildungs- und Erziehungsziele. Kinder sollen lernen, „ökologische Zusammenhänge zu erkennen und mitzugestalten, ein Bewusstsein für eine gesunde Umwelt und für die Bedeutung umweltbezogenen Handelns zu entwickeln und so zunehmend Verantwortung für die Welt, in der sie leben, zu übernehmen.“
In Wald- und Naturkindergärten werden diese Umweltverantwortung und das Umweltbewusstsein besonders gefördert. Kinder lernen durch den ständigen Aufenthalt in der Natur Verantwortung für sich und ihre Umwelt, ihre Mitmenschen und die Natur zu übernehmen.

Entstanden ist der erste Wald- und Naturkindergarten in den 1950er Jahren in Schweden. 1968 entstand der erste Waldkindergarten in Deutschland in Wiesbaden. Er erhielt jedoch nie eine offizielle Anerkennung vom örtlichen Jugendamt. Erst in den 1990er Jahren fand die Idee der Wald- und Naturkindergärten in Deutschland größeren Anklang. Im Mai 1996 wurde der erste Wald- und Naturkindergarten in Bayern in der niederbayerischen Gemeinde Schalkham eröffnet. Derzeit gibt es 30 Wald- und Naturkindergärten in Niederbayern.