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Pressemitteilung 239/2012

19.07.2012 - 239/2012
Landkreis Passau / Straßenbau
Regierung von Niederbayern leitet Planfeststellungsverfahren ein
Pläne für Bau der A 94 zwischen Kirchham und Pocking werden ausgelegt

Pm12239Mit dem Abschnitt der A 94 zwischen
Kirchham und Pocking (rot) soll ein weiterer
Schritt zur Schnellstraßenverbindung von
Passau nach München gemacht werden.

Die Regierung von Niederbayern hat auf Antrag der Autobahndirektion Südbayern das Planfeststellungsverfahren für den Bau der Bundesautobahn 94 zwischen Kirchham und Pocking mit einem Autobahnkreuz von A 94 und A 3 im Landkreis Passau eingeleitet. Die Planunterlagen werden in Kirchham, Bad Füssing, Neuhaus a. Inn, Ruhstorf a. d. Rott und Pocking öffentlich ausgelegt. Ort und Zeit werden dort bekanntgegeben.

Der Autobahnabschnitt zwischen Kirchham und Pocking soll rund zwölf Kilometer lang werden. Er beginnt westlich des Weilers Pfaffenhof (Stadt Pocking), durchquert den ehemaligen Standortübungsplatz Kirchham/Pocking, führt dann in einem weiten Bogen im Süden um die Stadt Pocking herum, kreuzt die Autobahn A 3 und mündet in die bestehende Bundesstraße 512 bei Mittich. An dieser Stelle soll die A 94 enden.

Für die neue Strecke sind elf Brücken mit bis zu 50 Metern Länge und sieben Unterführungen geplant (A 3, Bundesstraße 388, Staatstraße 2117, Kreisstraßen PA 56, PA 57, PA 58, PA 65, Gemeindeverbindungsstraßen, öffentliche Feld- und Waldwege und Geh- und Radwege, Ausbach). Das untergeordnete Straßennetz wird im Bereich Pocking über die geplanten Anschlussstellen im Zuge der Kreisstraße PA 58 und der Bundesstraßen B 12/B 388 an die Autobahn angebunden.
Am Beginn des Autobahnabschnitts ist in beiden Fahrtrichtungen eine unbewirtschaftete Rastanlage mit etwa 20 Pkw- und 20 Lkw-Stellplätzen und einem WC-Gebäude geplant. Für den Straßenbetriebsdienst soll bei der Anschlussstelle B 12/B 388 ein Stützpunkt (Salzladestation, Einstellhalle mit Sozialraum) entstehen. Bei Haid, Spitzöd und Oberindling ist ein Lärmschutz vorgesehen.

 


Für den Straßenbau werden rund 1,6 Millionen Kubikmeter Schüttmaterial gebraucht. Dieser Bedarf soll über eine sogenannte Seitenentnahmefläche bei Prenzing gedeckt werden. Die Trasse der A 94 führt bei dem geplanten Autobahnkreuz durch das Überschwemmungsgebiet von Rott und Inn. Dadurch gehen etwa 24 000 Kubikmeter Hochwasserrückhalteraum verloren. Durch Geländemodellierungen um den nordwestlichen Teil des Autobahnkreuzes soll der Hochwasserschutz erhalten bleiben.
Für den Autobahnbau, für die erforderlichen umfangreichen naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen sowie die beschriebenen Folgemaßnahmen wird eine Fläche von insgesamt 250 Hektar beansprucht, davon 35 Hektar für die Seitenentnahme und 59 Hektar für Ausgleichsflächen, die zum Teil im Bereich des ehemaligen Standortübungsplatzes liegen. 30 Hektar der Bedarfsfläche bestehen aus bisherigen Straßenflächen.

Mit der insgesamt rund 150 Kilometer langen A 94 soll eine leistungsfähige und sichere Schnellstraßenverbindung zwischen der Region Passau und dem Ballungsraum München entstehen. Außerdem sollen das bayerische Chemiedreieck und die Heilbäder im Rottal besser erreichbar werden. Die A 94 beginnt im Stadtgebiet von München und soll an ihrem Ende in Pocking mit der Autobahn A 3 verknüpft werden. 80 Kilometer der Gesamtstrecke sind inzwischen fertig und für den Verkehr freigegeben (teilweise einbahnig). Auf weiteren 22 Kilometern wird derzeit gebaut.

Durch die öffentliche Auslegung können sich Bürger, Behörden und Fachstellen über die Planung zum Neubau zwischen Kirchham und Pocking informieren und Stellungnahmen dazu abgeben.

Lagepläne sind auch im Internet unter www.regierung.niederbayern.bayern.de (Rubrik „Wir für Sie - Planung und Bau - Sachgebiet 32 - Neue Planfeststellungsverfahren“) zu finden.