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Pressemitteilung 299/2012

13.09.2012 - 299/2012
Niederbayern / Wirtschaft
Tag der Ausbildung: Lehrlinge als Erfolgsgaranten
Regierung will Unternehmer und benachteiligte Jugendliche zusammenbringen

Unternehmen sind erfolgreich, wenn sie in den eigenen Reihen gute Mitarbeiter aufbauen. Darum sollten sie jetzt, wo immer mehr Ausbildungsplätze wegen sinkender Schülerzahlen unbesetzt bleiben, auch benachteiligte und leistungsschwächere Jugendliche einstellen. Diesen Appell richtet die Regierung von Niederbayern zum Tag der Ausbildung an die Unternehmer in der Region.
Dass es sich lohnt, wenn Unternehmen auf die Jugend setzen, hat sich bei den heutigen Betriebsbesuchen von Regierungspräsident Heinz Grunwald und Regierungsvizepräsident Dr. Helmut Graf bei den Unternehmen Kühne + Nagel in Straubing und PEFRA in Eching/Weixerau (Landkreis Landshut) gezeigt. „Der Erfolg der Firmen spricht für sich“, sagt das Führungsduo der Regierung. „Das allein sollte Ansporn für viele Betriebe sein.“
Auch die Staatsregierung will ein Antreiber der Wirtschaft sein. Darum hat sie wieder die Ausbildungsinitiative „Fit for Work“ gestartet. Das heißt zum Beispiel, dass Unternehmen bis zu 5000 Euro Zuschuss bekommen, wenn sie Absolventen aus den Praxisklassen der Haupt- und Mittelschulen einstellen oder sogar Jugendlichen ohne Schulabschluss eine Stelle geben.
Alle, die Verantwortung in der Wirtschaft tragen, sollten sich dafür einsetzen, dass in Niederbayern kein Jugendlicher durchs Raster fällt. „Jeder hat seine Qualitäten“, sagen Grunwald und Graf. „Und die soll er zum Wohl der niederbayerischen Wirtschaft auch nutzen dürfen.“

Die Zeiten, in denen die Betriebe angebettelt werden mussten, dass sie doch bitte Ausbildungsplätze schaffen sollen, die sind seit einiger Zeit schon vorbei. Mittlerweile ist es umgekehrt. Heute sind viele Unternehmen froh, wenn sie qualifizierte Jugendliche finden, mit denen sie ihre Ausbildungsplätze besetzen können. Sogar in beliebten Berufen wie im kaufmännischen Bereich bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Und im Handwerk suchen manche Betriebe wirklich händeringend nach jungen Leuten.

Das sind paradiesische Zustände für die Jugendlichen – könnte man meinen. Dabei ist es aber oft so, dass die Jugendlichen, die jetzt noch keine Stelle gefunden haben, eher zu den leistungsschwächeren und benachteiligten Absolventen gehören. Und gerade diese Jugendlichen tun sich bei der Stellensuche trotz des großen Angebots meistens nicht leichter als früher. Viele Unternehmen schrecken nach wie vor zurück, diese Bewerber einzustellen.

Genau das ist der zentrale Punkt des bayerischen Tages der Ausbildung. „Auch die schwächeren Schulabgänger sollten eine Chance bekommen. Sie müssen eine Chance bekommen, wenn die Unternehmen in Sachen Nachwuchs nicht bald auf dem Trockenen sitzen wollen“, sagen Regierungspräsident Heinz Grunwald und Regierungsvizepräsident Dr. Helmut Graf. Das Risiko, vor dem sich viele Unternehmer fürchten, wenn sie sich auf die vermeintlichen Problemfälle unter den Jugendlichen einlassen, sei gar nicht so groß. „Oft blühen die jungen Leute im Arbeitsleben erst richtig auf. Ganz nach dem Motto: Raus aus der Schule und endlich rein ins richtige Leben und Arbeit machen, die Spaß macht.“