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Pressemitteilung 329/2012

10.10.2012 - 329/2012
Niederbayern / Bauwesen
Für ein langes Leben im eigenen Heim
Ausstellung und Tagung zum Wohnen im Alter in der Regierung von Niederbayern

Pm12329 1Ein Beispiel für Wohnen im Alter in der
Ausstellung „Neue Architektur für den
demografischen Wandel“ sind die
seniorengerechten Wohngemeinschaften
der städtischen Wohnungsbaugesellschaft
Straubing an der Sedanstraße.

Unsere Gesellschaft wird älter – so weit so bekannt. Wie die alternde Gesellschaft lebt und wohnt, ist weitgehend offen. Impulse dazu hat es am Montag bei der Tagung „Wohnen im Alter“ in der Regierung von Niederbayern in Landshut gegeben. Ein Trend geht weg vom klassischen Altersheim hin zu alternativen Wohnformen wie Senioren-Wohngemeinschaften.

„Die Antwort auf die Frage, wo und wie ältere Menschen ihren Ruhestand verbringen wollen, wird unsere Städte und Gemeinden entscheidend prägen“, sagte Regierungsvizepräsident Dr. Helmut Graf bei der Eröffnung der Tagung. Und weil es gerade einen Wohnungsbau-Boom gebe, biete sich jetzt die Chance, Akzente zu setzen.
Laut Doris Reuschl, Leiterin des Sachgebiets Wohnungswesen der Regierung, wünschen sich die meisten Menschen, auch im hohen Alter selbständig in ihrem Zuhause oder zumindest in ihrer gewohnten Umgebung bleiben zu können. Darum habe sich ein breites Spektrum an alternativen Wohnformen für Senioren entwickelt.

Pm12329 2Regierungsvizepräsident Dr. Helmut Graf (li.)
schaut sich in der Ausstellung
„Neue Architektur für den demografischen
Wandel das Plakat über das Deggendorfer
Projekt „Lebendige Wohnquartiere für Jung
und Alt“ an der Dr.-Kollmann-Straße an.

Ein Beispiel aus der Region sind die beiden seniorengerechten Wohngemeinschaften der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Straubing. Geschäftsführer Günther Krailinger stellte die Wohnform vor, die sich offenbar viele Menschen im Alter vorstellen können. Es handelt sich um jeweils vier barrierefreie Zwei-Zimmer-Wohnungen, ausgestattet mit Küche und Bad. Ein großzügiger Eingangsbereich verbindet die Wohnungen mit dem Gemeinschaftsbereich, der mit einer Teeküche ausgestattet ist. Die Nachfrage nach diesen Wohnungen war von Anfang an sehr groß.
Eine andere Variante ist das ambulant betreute Wohnen – ebenfalls in zwei Wohngemeinschaften – im Seniorenservicehaus in Langquaid (Landkreis Kelheim). Bürgermeister Herbert Blaschek erklärte, was den 24 Bewohnern in einem ehemaligen Krankenhaus geboten wird. In jeder Wohngemeinschaft steht rund um die Uhr eine Betreuungskraft zur Verfügung.
Nach Wunsch und Bedarf kann sich jeder Bewohner zusätzlich die Unterstützung von erfahrenen Pflegekräften hinzuholen. Und weil in dem Gebäude auch das Büro der „Sozialen Stadt“ und ein Mehrgenerationenhaus eingerichtet sind, ist es nicht nur ein alternatives Zuhause für Senioren, sondern eine Veranstaltungs- und Begegnungsstätte.

Viele Prinzipien für das Wohnen im Alter gelten aber auch für jüngere Menschen. Eine Wohnung ohne Barrieren und funktionierende Nachbarschaftshilfe erleichtert schließlich allen Menschen den Alltag. „Auch für Kinder, Eltern mit Kinderwagen oder Leute, die nur vorübergehend mit Krücken unterwegs sind, sorgen kleine Verbesserungen für Komfort in allen Lebenslagen“, sagte Markus Donhauser von der Bayerischen Architektenkammer. Die klassischen, aber wirkungsvollsten Beispiele reichen von schwellenlosen Zugängen, bodengleichen Duschen, ausreichenden Türbreiten bis hin zu besseren, weil leichter lesbaren Klingelschildern.

Die Tagung war gleichzeitig der Auftakt der Ausstellung „Neue Architektur für den demografischen Wandel“ der Obersten Baubehörde im bayerischen Innenministerium. Dabei werden die Ergebnisse von Modellprojekten des Experimentellen Wohnungsbaus zu den Themen „Gemeinsam bauen und leben“, „Wohnen in allen Lebensphasen“ und „Lebendige Wohnquartiere für Jung und Alt“ präsentiert. Sie zeigen, wie Wohnbauten planerisch und sozial innovativ und dennoch wirtschaftlich umgesetzt werden können.
Ein Beispiel aus Niederbayern ist das mehrfach ausgezeichnete Projekt „Lebendige Wohnquartiere für Jung und Alt“ der Stadtbaugesellschaft Deggendorf. Dabei wurden nicht nur Wohnungen energetisch saniert und mit großzügigen Balkonen aufgewertet, sondern auch neue Wohnungen geschaffen und das Gelände um die Wohnungen neu gestaltet. Das Ergebnis ist hohe Lebensqualität drinnen und draußen.
Die in der Tagung vorgestellten seniorengerechten Wohngemeinschaften in Straubing sind ebenfalls Teil der Schau.

Die Ausstellung ist bis zum 26. Oktober 2012 im Hauptgebäude am Regierungsplatz zu sehen.