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Pressemitteilung 330/2012

10.10.2012 - 330/2012
Niederbayern / Integration
Einladung an die Medien
Auszeichnung für die beste interkulturelle Bildung in Niederbayern
Regierung verleiht den Integrationspreis 2012

Regierungspräsident Heinz Grunwald würdigt herausragende Integrationsprojekte mit der

Verleihung des niederbayerischen Integrationspreises 2012

an das Gymnasium Seligenthal in Landshut
am Montag, 15. Oktober 2012, 14 Uhr,
im Kloster Seligenthal,
Bismarckplatz 14, 84034 Landshut

an die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland,
Orts- und Kreisgruppe Straubing-Bogen,
am Freitag, 26. Oktober 2012, 9.30 Uhr,
Fürstenstraße 20, 94315 Straubing

an Tuba Altuntas
am Dienstag, 30. Oktober 2012, 14 Uhr,
Stadtplatz 26, 84137 Vilsbiburg

an Barbara Wiethaler und Peter Litvai (Sonderpreis)
am Dienstag, 30. Oktober 2012, 19 Uhr,
in der Volkshochschule Landshut (mit Lesung und Büffet),
Ländgasse 41, 84028 Landshut

an die Türkisch-Islamische Gemeinde der Anstalt für Religion (DITIB) Neufahrn
am Mittwoch, 31. Oktober 2012, 15 Uhr,
Hauptstraße 79, 84088 Neufahrn in Niederbayern

an das Freiwilligenzentrum Straubing
am Dienstag, 6. November 2012, 14 Uhr,
Bachstraße 12, 94315 Straubing.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen.


Die Regierung von Niederbayern hat die besten Projekte zur interkulturellen Bildung in Niederbayern gefunden. Gesucht waren Organisationen und Initiativen, die Einheimische und Migranten vor allem durch Aktionen in Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen, in der berufsbegleitenden Bildung oder in der Kinder- und Jugendarbeit so zusammenbringen, dass beide Seiten wirklich etwas davon haben.

Ausgezeichnet werden sechs Projekte von Vereinen, Institutionen und Privatpersonen, die sich besonders erfolgreich dafür einsetzen, dass Menschen mit ausländischen Wurzeln in der Region Fuß fassen und Einheimische mit fremden Kulturen vertraut gemacht werden.
Das Preisgeld von insgesamt 5000 Euro stellt das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen zur Verfügung.

Der niederbayerische Integrationspreis 2012 geht an:

Gymnasium Seligenthal Landshut
für das Projekt „Schüler für Schüler – Förderpaten für St. Nikola“ (1000 Euro Preisgeld)

Förderpatinnen der Oberstufe des Gymnasiums Seligenthal betreuen Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund der Grundschule St. Nikola. Seit dem Frühjahr 2010 besuchen 15 bis 20 Schülerinnen einmal wöchentlich ihr „Patenkind“, um Lerninhalte zu wiederholen, Rückstände aufzuarbeiten, spielerisch Lernfreude zu wecken und beim Erzählen die Sprachfertigkeit der Kinder zu trainieren.
Die Förderpatinnen helfen ihren Schützlingen dabei, die deutsche und bayerische Kultur zu verstehen und Barrieren abzubauen. Sie selbst lernen in dem Projekt den Umgang mit Kindern und erfahren viel über die Kultur des jeweiligen Heimatlandes ihres Patenkindes. Interkulturelles Training ist ein wichtiger und wesentlicher Bestandteil dieser Förderstunden.
Betreut werden die Förderpatinnen von den Klassenlehrern und dem Förderlehrer der Grundschule St. Nikola. Die Schülerinnen des sozialwissenschaftlichen Zweigs des Gynmnasiums Seligenthal können auch einen Teil ihres Praktikums an der Grundschule St. Nikola absolvieren.

Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Orts- und Kreisgruppe Straubing-Bogen,
für ihre Kinder- und Jugendarbeit (750 Euro)

Seit 2011 ist die Landsmannschaft mit verschiedenen Projekten im Bereich Integration aktiv. Dazu gehören unter anderem Angebote für Vorschulkinder, die Vorbereitung der Eltern auf das deutsche Schulsystem, Unterricht in Deutsch und Mathematik, spielerisches Deutschlernen beim Tanzen, Musizieren und Trommeln sowie Computerkurse für Kinder und Jugendliche.
Das Projekt „Toleranz, Achtsamkeit und Vielfalt im Vorschulbereich“ bietet Eltern die Möglichkeit, mit Erziehern die Potentiale ihrer Kinder zu reflektieren. Gleichzeitig können die Erzieher den Eltern den Alltag und die Angebote im Kindergarten näherbringen.
Ehrenamtliche Helfer arbeiten unter anderem mit Spätaussiedlern und deren Kindern daran, Hemmschwellen abzubauen und aktive Vorbilder für eine multikulturelle Gesellschaft in der Stadt Straubing und im Landkreis Straubing-Bogen zu werden.

Tuba Altuntas aus Vilsbiburg
für ihren privaten und vielfältigen Einsatz in der interkulturellen Bildung (750 Euro)

Tuba Altuntas ist Auszubildende zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Vilsbiburg. Sie vermittelt zwischen Bürgern ausländischer Herkunft und der öffentlichen Verwaltung und hilft unter anderem als Dolmetscherin bei Verwaltungsvorgängen, Ortsterminen und schulischen Belangen. Dafür arbeitet sie mit der Integrationsbeauftragten der Stadt und mit den Schulen zusammen. Laut Vilsbiburgs Bürgermeister geht Altuntas Einsatz weit über ihre dienstliche Tätigkeit hinaus. Außerdem ist sie Mitbegründerin, stellvertretende Vorsitzende und Pressesprecherin des Vereins SODEM für soziale Förderung und Bildung, einer Anlaufstelle für alle Menschen mit ausländischen Wurzeln.

Türkisch-Islamische Gemeinde der Anstalt für Religion (DITIB)“ Neufahrn i. Ndb.
für die Förderung des interkulturellen Dialogs (750 Euro)

Die türkisch-islamische Gemeinde Neufahrn engagiert sich vielfältig für die Förderung des interkulturellen Dialogs. Dazu gehört auch die Beratung von Schulen, Kindertagesstätten, Gemeinden und Polizei bei Problemen, an denen Menschen mit ausländischen Wurzeln beteiligt sind.
Außerdem finden regelmäßig öffentliche Veranstaltungen wie Tage der offenen Tür und Informationsabende statt. Die Gemeinde bietet Moscheeführungen mit detaillierten Erklärungen zur Einrichtung im Gebetsraum und zu den islamisch-geschichtlichen Hintergründen an. Dazu gehört auch die Vorführung des Gebets.

Freiwilligenzentrum Straubing
für ihr Sprachpatenkonzept (1000 Euro)

Das Projekt Sprachpaten des Freiwilligenzentrums läuft seit 2010 und wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Derzeit arbeiten 40 Ehrenamtliche als Sprachpaten, die Grund- und Hauptschulkinder mit Migrationshintergrund und sprachlichem Förderbedarf in der Stadt Straubing und im Landkreis Straubing-Bogen unterstützen. Die Sprachpaten helfen in der Regel bis zu drei Kindern beim Sprachtraining. Das geschieht auf spielerische Weise und ist nicht mit Nachhilfeunterricht zu verwechseln.
Die Paten erhalten vom Freiwilligenzentrum für ihre Arbeit kostenloses Sprachlernmaterial und über die Schulen werden Haft- und Unfallversicherung abgeschlossen. Schulung und Begleitung der Sprachpaten übernimmt das Freiwilligenzentrum.

Das Freiwilligenzentrum wird zusätzlich am morgigen Donnerstag, 11. Oktober 2012, bei der Verleihung des bayerischen Integrationspreises in München durch Staatsministerin Christine Haderthauer ausgezeichnet.

 

Der Sonderpreis für erfolgreiche Integrationsarbeit geht an:

Barbara Wiethaler und Peter Litvai aus Landshut
für das Buch „Der Traum vom roten Mercedes – Vom Bosporus an die Isar“
(Sonderpreis, 750 Euro)

Das Buch „Der Traum vom roten Mercedes – Vom Bosporus an die Isar“ von Barbara Wiethaler, Sprecherin der Deutsch-Türkischen Frauen- und Müttergruppe Landshut, und Fotograf Peter Litvai beschreibt in Gesprächsprotokollen und Bildern die gelungene Integration von Frauen in Landshut. Von Frauen, die Deutsch gelernt haben, Landshut heute als ihre Heimat bezeichnen und sich in der Deutsch-Türkischen Frauen- und Müttergruppe für die Integration der nachfolgenden Generationen engagiert haben.
Vor vier Jahren ist die Fabrik Röderstein im Stadtteil Nikola abgerissen worden. Seitdem sind Peter Litvai und Barbara Wiethaler auf Spurensuche nach Landshuter Geschichte, die zugleich die Geschichte gelungener Integration bedeutet. Wiethaler ist es zu verdanken, dass es diese Geschichte nun in Buchform gibt. Sie hat die Texte ehrenamtlich bearbeitet und Sponsoren gesucht, damit das Buch mit großformatigen Fotos von Litvai ohne Verlagshilfe auf den Markt kommen kann.