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Pressemitteilung 339/2012

17.10.2012 - 339/2012
Landkreis Rottal-Inn / Energie
Raumordnungsverfahren für Stromleitung vom Umspannwerk Simbach zur Landesgrenze abgeschlossen

Die Regierung von Niederbayern hat das Raumordnungsverfahren für eine 380-kV-Freileitung vom Umspannwerk Simbach am Inn zur Landesgrenze (- St. Peter) abgeschlossen. Sie ist mit dem Bau einverstanden, fordert aber Maßgaben insbesondere zu den Belangen von Mensch, Natur und Landschaft. Das ist das Ergebnis der landesplanerischen Beurteilung, die den Rahmen für das jetzt anstehende Planfeststellungsverfahren vorgibt. Das Raumordnungsverfahren war erforderlich, weil die TenneT TSO GmbH beabsichtigt, eine 380-kV-Leitung zwischen den Umspannwerken Simbach a. Inn in Niederbayern und St. Peter am Hart in Oberösterreich zu bauen. Hintergrund der Planungen ist, dass die Übertragungskapazitäten der bestehenden 220-kV-Leitungen zwischen Österreich und Deutschland in zunehmendem Maße ausgeschöpft sind. Der zunehmende Ausbau der Energieerzeugung durch regenerative Energien in Deutschland sowie die Errichtung zahlreicher Pumpspeicher-, Gas- und Dampfkraftwerke in Österreich bedingen einen stärkeren Lastfluss auf den diese Infrastrukturen verbindenden Stromleitungen. Das Zusammenspiel von Windenergieanlagen und Pumpspeicherkraftwerken bietet hohe energiewirtschaftliche Synergien, lässt aber gleichzeitig eine deutliche Zunahme der Austauschleistung zwischen Deutschland und Österreich erwarten. Um in Zukunft Stromengpässe zu vermeiden, ist es notwendig, den Raum Isar mit einer leistungsstarken 380-kV-Leitung mit dem österreichischen Hochspannungsnetz zu verbinden.

Die Regierung von Niederbayern hat daher im Mai 2011 ein Raumordnungsverfahren eingeleitet. Im Verfahren wurden insgesamt sechs Varianten beurteilt, von denen eine nachträglich in das Verfahren eingebracht wurde. Letztendlich stellte sich nur ein Trassenverlauf als raumverträglich dar. Es handelt sich dabei um die längste der geprüften Varianten, die großzügig um den Schellenberg herum geführt wird (siehe Anlage). Als zwingend zu erfüllende Maßgabe fordert die Regierung von Niederbayern unter anderem, dass die neu zu errichtende 380-kV-Leitung im Bereich zwischen Aufnberg und der Innquerung auf gemeinsamen Masten zu führen ist. Außerdem ist es verbindliche Vorgabe, dass die bestehende 220-kV-Leitung Altheim - St. Peter zeitnah zurückgebaut wird, sobald der Gesamtraum Isar - Pirach - Simbach a. Inn - St. Peter auf 380 kV umgerüstet wird. Damit gelingt es mittelfristig, die Durchschneidung des Ortsteils Golling/Thalham durch die bestehende 220-kV-Leitung rückzubauen.

Die landesplanerische Beurteilung wird in den kommenden Tagen an alle im Raumordnungsverfahren Beteiligten übermittelt. Sie wird in Simbach a. Inn, Kirchdorf a. Inn, Wittibreut und Ering öffentlich ausgelegt. Die genauen Daten geben die Städte und Gemeinden noch bekannt.

Lageplan (pdf, 615 KB)