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Pressemitteilung 34/2012

30.01.2012 - 34/2012
Niederbayern / Energie
"Mehr Windenergie für Niederbayern"
Informationsveranstaltung der Regierung für die Energiewende in den Kommunen

Pm12034„Wir müssen nicht nur die erneuerbaren
Energien weiter ausbauen, sondern auch
aufs Energiesparen achten“, sagte
Regierungspräsident Heinz Grunwald bei der
Eröffnung der Tagung. „Wenn wir das nicht
schaffen, wirkt sich das dramatisch auf die
Erfolgsaussichten der Energiewende aus.“

Damit die Energiewende in Niederbayern noch mehr Schwung bekommt, haben sich heute rund 150 Vertreter niederbayerischer Landkreise, Städte und Gemeinden in der Regierung von Niederbayern in Landshut über den Ausbau der Windkraft in der Region informiert. Dafür gibt es vor Ort das größte Potenzial, weil Niederbayern bei der Nutzung anderer erneuerbarer Energien wie der Solarenergie bereits bayernweit ganz vorn liegt. Das Fazit: Niederbayern wird keine Windrad-Boomregion werden – aber vor allem im Landkreis Regen und im Landkreis Straubing-Bogen werden wohl Windparks kommen.

Nimmt man die Wasserkraft dazu, kommen in Niederbayern schon heute mehr als 50 Prozent des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien. Das zeigt, wie aufgeschlossen die Menschen, die Unternehmer und die Kommunen bei uns jetzt schon sind“, sagte Regierungspräsident Heinz Grunwald bei der Eröffnung der Tagung. Aber um das Ziel zu erreichen, in zehn Jahren die Hälfte des Stromverbrauchs in ganz Bayern aus erneuerbaren Energien zu decken, müssten Staat und Kommunen den Ausbau in Niederbayern gemeinsam und konsequent fortsetzen. Als Beauftragter der Staatsregierung für die Energiewende in Niederbayern hält Grunwald die Verbindung zwischen der Bayerischen Energieagentur und den Verantwortlichen in den Kommunen, damit vor Ort etwas vorwärts geht.

Was den Ausbau der Windkraft angeht, bekräftigte Stephan Kleiner von der Bayerischen Energieagentur, dass die Staatsregierung mit rund 1500 neuen Windkraftanlagen im Freistaat rechnet. Wie viele und vor allem wo Windräder in Niederbayern gebaut werden, ist und bleibe die Entscheidung der Kommunen, sagte Dr. Christian Mikulla vom Bayerischen Landesamt für Umwelt. „Die Planungshoheit bleibt bei den Landkreisen, Städten und Gemeinden.“ Er kündigte ein Kartenwerk der Staatsregierung an, das die Standortsuche für Windräder in den Kommunen erleichtern soll.

Rainer Lehmann vom Umweltministerium ermunterte die Landräte und Bürgermeister, ihre rechtlichen Instrumente zu nutzen: „Sie müssen der Entwicklung nicht zuschauen, sondern können den Ausbau der Windkraft mit der Bauleitplanung steuern.“

Steuern heißt aber nicht blockieren, betonte Rolf-Peter Klar von der Regierung von Niederbayern. „Irgendwo dazwischen müssen die Kommunen ihren Weg finden.“ Wenn eine Gemeinde Konzentrationsflächen ausweisen will und sich herausstellt, dass wegen zu streng gewählter Kriterien (Beispiel: Geforderter Abstand von Windrädern zu Siedlungen ist deutlich höher als die im staatlichen Windenergieerlass empfohlenen 800 Meter) kein Platz mehr für Windräder ist, dann müssen die Kriterien überprüft werden.

Grundsätzliches Ziel der regionalen Planungsverbände, in denen die Kommunen die Entwicklung der Region planen, und der Regierung von Niederbayern ist der Bau von Windparks an ausgesuchten Standorten, damit Niederbayern nicht von einzelnen Windrädern übersät wird. In drei bis vier Monaten wollen Planungsverbände und Regierung Vorschläge machen, wo Windräder wirtschaftlich sinnvoll (ab einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von fünf Metern pro Sekunde in 140 Metern Höhe), ökologisch verträglich und rechtlich möglich sind. Peter Schmid von der Regierung von Niederbayern präsentierte heute erste Ergebnisse. Demnach bieten sich vor allem die Gegend um die Stadt Straubing und Gebiete im Landkreis Regen an. In vielen anderen Regionen Niederbayerns verhindern vor allem die weit verstreuten Wohnsiedlungen den Bau von Windkraftanlagen.