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Pressemitteilung 381/2012

29.11.2012 - 381/2012
Niederbayern / Natur und Umwelt
Fischereirecht an Baggerseen soll in den Fokus der Behörden
Fischereiverband überreicht Gutachten an die Regierung

Pm12381Niederbayerns Fischereipräsident Dietmar
Franzke (vorne links) übergibt das Gutachten
an Walter Czapka (vorne rechts), Leiter der
Umweltabteilung der Regierung. Am
fachlichen Austausch beteiligt waren auch
(hinten von links): Hans-Dieter Scheiblhuber,
Vizepräsident des Bezirksfischereiverbands,
Dr. Stephan Paintner von der
Fischereifachberatung des Bezirks
Niederbayern und Helmut Haas, Leiter des
Sachgebiets für Umweltrechtsfragen der
Regierung.

Der Fischereiverband Niederbayern will die rechtliche Stellung des Fischereirechts, das nach der Ausbeutung von Bodenschätzen im Grundwasser entsteht, verstärkt in den Fokus der Behörden rücken. Dazu hat Niederbayerns Fischereipräsident Dietmar Franzke jetzt ein von seinem Landesverband in Auftrag gegebenes Gutachten an Walter Czapka, Leiter der Umweltabteilung der Regierung von Niederbayern, übergeben. Das Gutachten beschäftigt sich mit der zentralen Frage, ob die nach Nassauskiesungen entstehenden Wasserflächen von einer fischereilichen Nutzung pauschal ausgeschlossen werden dürfen, wenn die Kies- und Sandausbeute eingestellt wird.

„Beim Ausheben eines Baggersees entsteht ein dauerhaftes Gewässer und damit ein Fischereirecht, das der gesetzlichen Hege und Pflege unterliegt – also von den Genehmigungsbehörden nicht ignoriert werden darf. Die Rechtsbehörden müssen bei Planung bzw. Planfeststellung der Nachfolgenutzung berücksichtigen, dass die Fischerei nach dem Fischereigesetz dem Leitbild der Nachhaltigkeit folgt, an das gesetzliche Hegeziel gebunden ist und im öffentlichen Interesse liegt“, sagte Franzke. „Diese Auffassung wird durch das Gutachten untermauert.“

In Niederbayern läuft die Verwaltungspraxis laut Fischereiverband zwar ganz gut. Trotzdem sei es auch hier wichtig, die Behörden auf das neue Gutachten und den Stellenwert des Fischereirechts aufmerksam zu machen. Zumal nach Auffassung des Verbandes in der Regionalplanung für die Regionen Landshut und Donau-Wald die Nachfolgenutzung „Fischerei“ deutlich unterrepräsentiert ist. „Die Ergebnisse des Gutachtens sind sicherlich interessant als Entscheidungshilfe für die Verwaltung“, sagte Czapka. Das Gutachten wird jetzt allen niederbayerischen Landratsämtern und kreisfreien Städten zugeleitet.