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Pressemitteilung 411/2012

03.01.2013 - 411/2012
Landkreis Rottal-Inn / Städtebau
Auch 2012 gab es wieder Geld für Städte und Gemeinden
20,9 Millionen Euro Städtebauförderung für Niederbayern im Jahr 2012

Pm12411 1Marktplatz Tann – neu gestaltet

Nach turbulenten Jahren mit Mittelkürzungen und neuen, teilweise zeitlich befristeten Sonderprogrammen kann die Städtebauförderung in Niederbayern auf ein eher ruhiges Förderjahr zurückblicken. Das gilt erfreulicherweise nicht für das Fördervolumen und die Anzahl der realisierten Projekte. Mit 20,9 Millionen Euro Fördermitteln von EU, Bund und Freistaat konnten 63 Städte und Gemeinden in Niederbayern unterstützt werden. Damit hatte die Städtebauförderung in Niederbayern, wie Regierungspräsident Heinz Grunwald im traditionellen Jahresrückblick mitteilt, sogar etwas mehr Mittel zur Verfügung als im vorangegangenen Jahr. Mit dem Auslaufen der aktuellen EU-Förderperiode konnten gerade in diesem Jahr einige besonders große und für die jeweiligen Gemeinden und ihr Umland wichtige Projekte fertig gestellt werden.

Pm12411 2Stadtplatz Eggenfelden nach der
Umgestaltung

Gelungene Beispiele aus dem Landkreis Rottal Inn sind die Neugestaltung des Marktplatzes Tann und des Stadtplatzes in Eggenfelden. In Tann wie in Eggenfelden waren bereits in den vergangenen Jahren im Umfeld des Markt- bzw. Stadtplatzes erfolgreich Straßen und Plätze umgestaltet worden. Nun stand in beiden Fällen mit der Sanierung der „guten Stube“ die größte Herausforderung an.

Anders als ursprünglich geplant, konnte in Tann keine Ortsumgehung realisiert werden. Landschaftsarchitekt Richard Pregler zog deshalb beim historischen Marienbrunnen den Pflasterbelag der Aufenthaltsfläche über das Asphaltband der Staatsstraße. Der repräsentative „Vorplatz“ trägt so zur Beruhigung des Durchgangsverkehrs bei und erhöht die Sicherheit der Fußgänger. Zusätzlich betonen ein weitgehend niveaugleicher Ausbau in einheitlichem Pflaster und großzügige Aufenthaltsbereiche entlang der Fassaden den Platzcharakter und steigern die Aufenthaltsqualität am Marktplatz. Damit kann bei Veranstaltungen wie dem traditionellen Wachsmarkt jederzeit auch die gesamte Platzfläche bespielt werden.

Eine zusätzliche Belebung erfuhr der Marktplatz auch durch die Rückverlagerung von Teilen des Rathauses. Zusammen mit dem von Dominik Dengl neu geschaffenen Wallfahrtsbrunnen erfuhr damit auch dieser Teil des Platzes eine spürbare Aufwertung.
Das Projekt ist der wesentliche Teil der Ortskernsanierung und kostet rund 3,3 Millionen Euro. Staatliche Hilfe gab es in der Städtebauförderung im Programm „Aktive Zentren“ mit Zuschüssen des Bundes und des Freistaates Bayern in Höhe rund 1,6 Millionen Euro.

Auch in Eggenfelden stand mit dem Stadtplatz das wichtigste Projekt der Innenstadtsanierung zur Realisierung an. Obwohl der Stadtrat die aus einem Wettbewerb hervorgegangene Planung der Rosenheimer Architekten Heinz und Müller bereits beschlossen hatte, führten heftige Diskussionen und eine Unterschriftenaktion zunächst zu einer Unterbrechung der Planung. Die Stadt holte deshalb die Vertreter der wichtigsten Interessengruppen an einen „Runden Tisch“, wo dann in einem moderierten Dialog eine einvernehmliche Lösung entwickelt wurde, die nun auf große Zustimmung der Bürger trifft.
Im Ergebnis konnte eine Vielzahl der Stellplätze erhalten werden und trotzdem durch Verbreiterung der Randbereiche neue Aufenthaltsqualität für die Fußgänger oder für Gastronomie entwickelt werden. Besonderer Wert wurde auf gut begehbare und barrierefreie Flächen gelegt. Die Fahrbahn hebt sich nur geringfügig mit kleineren Plattenformaten von den Seitenflächen ab. Das einheitliche Material verstärkt die großzügige Gesamtwirkung des Platzcharakters, verlangsamt den Verkehr und erlaubt auch hier eine uneingeschränkte Nutzung der Gesamtfläche bei Veranstaltungen. Die einheitliche Platzwirkung wird durch ein speziell für Eggenfelden entwickeltes Lichtkonzept unterstützt.
Die Gesamtkosten des Stadtplatzes von rund 3,5 Millionen Euro konnten mit Finanzhilfen des Bundes und des Freistaates Bayern im Städtebauförderungsprogramm „Aktive Zentren“ mit rund 1,7 Millionen Euro bezuschusst werden.

Im nächsten Jahr gilt es voraussichtlich den Gürtel wieder etwas enger zu schnallen. Zum Einen wird, wie schon länger angekündigt, das Bund-Länder-Grundprogramm, über 40 Jahre die tragende Säule der Städtebauförderung in Bayern, eingestellt. Die betroffenen Gemeinden wurden deshalb bereits in den vergangenen Jahren auf andere Programme umgeleitet, soweit Sanierungsmaßnahmen nicht ohnehin zum Abschluss gebracht werden konnten.
Die zweite Änderung betrifft das EU-Programm, in dem Niederbayern im kommenden Jahr keine Mittel mehr erhalten wird. Das ist in diesem Fall jedoch keine schlechte Nachricht, weil Niederbayern wegen der guten Programmumsetzung bereits in den vergangenen Jahren durch Umschichtungen aus anderen Regierungebezirken überdurchschnittliche Zuteilungen erhalten hat. Die betroffenen Projekte konnten damit rascher bewilligt und vor allem auch abfinanziert werden. Ob es hier ein Anschlussprogramm geben wird und wie dieses thematisch ausgerichtet wird, wird derzeit noch verhandelt. Über eine Fortführung würde sich Grunwald sehr freuen, weil gerade mit diesem Programm herausragende Projekte unterstützt werden können, die aufgrund ihres Mittelbedarfs in herkömmlichen Programmen nur schwer oder nur in mehreren Schritten untergebracht werden können.