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Pressemitteilung 57/2012

09.02.2012 - 57/2012
Niederbayern / Kunst und Kultur
"10 000 Dinge" und niederbayerische Systemkritik
Kunst in der Regierung: Ausstellung des Landshuter Künstlers Renato Rill

Pm12057Renato Rill und Ursula Bolck-Jopp vor dem
Fußballfell „Sialkot Reverse“, das die
Massenproduktion auf Kosten von Arbeitern
in Pakistan kritisiert.

Anklage mit Fußbällen – so könnte man die Ausstellung „10 000 Dinge“ des gebürtigen Landshuters Renato Rill in der Regierung von Niederbayern zusammenfassen, die Regierungspräsident Heinz Grunwald heute eröffnet hat. Zu sehen gibt es gesellschaftskritische Werke, die aus alltäglichen Gegenständen zweckentfremdet zusammengesetzt worden sind. Ein Thema der Schau ist die Kritik an industrieller Massenproduktion – dafür steht unter anderem ein Fell aus aufgetrennten und wieder zusammengenähten Fußbällen.

Ursula Bolck-Jopp, Laudatorin und stellvertretende Vorsitzende des Berufsverbands bildender Künstler Niederbayern/Oberpfalz, lobte die Wirkung von Rills Arbeiten: „Mit seinen Werken spricht er Missstände an, ohne dabei in plattes Anklagegeheul zu verfallen.“ Besonders gut gelingt ihm das aus ihrer Sicht mit der Installation „Sialkot Reverse“, zu der die aufgespannten Fußbälle gehören. Der Name des Kunstwerks bezieht sich auf die pakistanische Stadt Sialkot, in der die Sportartikelkonzerne billig für den Weltmarkt produzieren lassen. „Das Fußballfell verdeutlicht die Haltung der Konzerne, den Einheimischen das Fell über die Ohren zu ziehen“, sagte Bolck-Jopp.

Ein weiterer Hinweis auf die Massenproduktion und den Massenkonsum ist der Titel der Ausstellung. „10 000 Dinge“ heißt sie, weil jeder Bundesbürger laut Rill durchschnittlich so viele Dinge besitzt. Einem Menschen in manchen Regionen Afrikas gehören dagegen nur zwölf Dinge. Regierungspräsident Heinz Grunwald gefällt, wie Rill diesen abstrakten Ansatz umsetzt: „Sie machen aus Problemen handfeste Kunst.“

Die Ausstellung ist bis 16. März montags bis donnerstags von 7.30 bis 16.15 Uhr und freitags von 7.30 bis 13 Uhr zu sehen.

Mehr zum Künstler unter www.renato-rill.de