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Pressemitteilung 63/2012

23.02.2012 - 63/2012
Niederbayern / Natur und Umwelt
Naturschutz in Niederbayern läuft auf Hochtouren
Regierung hat 9,4 Millionen Euro Förderung im Jahr 2011 in der Region verteilt

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Pm12063 3Der Kollnbergmühlweiher im Landkreis
Passau wurde von viel Schlamm befreit,
davon hat auch die vom Aussterben
bedrohte Flussperlmuschel profitiert
(Fotos: Elender, Dettmer(2)).

Das vergangene Jahr war ein erfolgreiches für den niederbayerischen Naturschutz. Rund 9,4 Millionen Euro Zuschuss von Freistaat, Bund und Europäischer Union sind über die Regierung von Niederbayern in die Region geflossen. Das ist die zweithöchste Summe seit 30 Jahren. Mit dem Geld wurden unter anderem Projekte zum Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten und für die Umweltbildung unterstützt.

Herausragendes Projekt ist die energetische Sanierung und der Umbau des Grenzbahnhofs Bayerisch-Eisenstein im Landkreis Regen zu einem grenzüberschreitenden Informationszentrum für Natur- und Nationalpark Bayerischer Wald. Künftig gibt es in dem Gebäude neben den bereits vorhandenen naturkundlichen Ausstellungen ein internationales Fledermauszentrum mit Pflegestation und eine Ausstellung zum Großen Arber. Die Arbeiten sollen im laufenden Jahr abgeschlossen werden. Die Kosten werden mit rund 1,7 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II bezuschusst, auf die Umweltbildung entfallen dabei 923 000 Euro.

Ein weiteres bedeutendes Projekt im Bayerischen Wald war die sogenannte Entlandung des Kollnbergmühlweihers im Landkreis Passau. Dabei wurde der Weiher von viel Schlamm befreit. Davon hat auch die vom Aussterben bedrohte Flussperlmuschel profitiert. Außerdem wurde eine Fischtreppe gebaut. Das Projekt des Landschaftspflegeverbandes Passau wurde mit rund 260 000 Euro gefördert.

In den Naturpark Altmühltal im Landkreis Kelheim sind rund 470 000 Euro geflossen, um ehemalige – das Landschaftsbild prägende – Wacholderheiden von Büschen zu befreien, dringend notwendige Wege für die Schafbeweidung wiederherzustellen und Naturwaldparzellen zu sichern (Bundes-Projekt „Altmühlleiten“).

Pm12063 4Die neue Fischtreppe am
Kollnbergmühlweiher (Foto: Elender)

In den Donauleiten im Landkreis Passau wurden rund 340 000 Euro investiert. Verwendet wurde das Geld für den Schutz von Hirschkäfer und Amphibien sowie für die Sicherung von Naturwald und von sogenannten Habitatbäumen, die bestimmten Arten als Lebensraum dienen (LIFE-Projekt „Donauleiten“).

Für ökologisch wertvolle Flächen im „Isarmündungsgebiet“ im Landkreis Deggendorf und im „Mettenbacher-/Grießenbacher Moos“ im Landkreis Landshut (zwei BayernNetzNatur-Projekte) gab es rund 740 000 Euro.

Pm12063 5Dieses Moor bei Haidmühle im Landkreis
Freyung-Grafenau ist im Rahmen des
Klimaprogramms Bayern 2020 als wichtiger
natürlicher Kohlendioxidspeicher gekauft
worden. (Foto Robert Hofmann)

Und im Rahmen des Klimaprogramms Bayern 2020 wurden im vergangenen Jahr Fördermittel in Höhe von 557 000 Euro ausbezahlt. Seit 2008 konnten über dieses Programm mehr als 80 Hektar Moor in den vier Landkreisen Freyung-Grafenau (15 Moore), Regen (8 Moore), Passau (1 Moor) und Straubing-Bogen (1 Moor) für den Klimaschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt gekauft werden. Denn Moore sind natürliche Kohlendioxidspeicher und Lebensraum für hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten.

Über Vereinbarungen im Vertragsnaturschutz erhielten Land- und Forstwirte rund 2,6 Millionen Euro als Gegenleistung für die schonende Bewirtschaftung ihrer Grundstücke. Dazu kommen noch etwa zwei Millionen Euro für die Pflege und den Erhalt der niederbayerischen Kulturlandschaft über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien.

Pm12063 6Der Hochmoor-Gelbling – ein in Bayern stark
gefährdeter Tagfalter – ist auch in den
Mooren des Bayerischen Waldes nur noch
selten zu finden. (Foto: Wolfgang Lorenz)

Die Ausgaben für die außerschulische Umweltbildung haben sich mit 234 000 Euro im Jahr 2011 im Vergleich zu den Zahlen vor zehn Jahren mehr als verdoppelt. Unterstützt werden damit unter anderem die vier niederbayerischen Umweltstationen „Haus am Strom“ im Landkreis Passau, „LBV Umweltstation Isarmündung“ im Landkreis Deggendorf, „Umweltstation Viechtach“ des Naturparks Bayerischer Wald im Landkreis Regen und das „Umweltzentrum Schloss Wiesenfelden“ im Landkreis Straubing-Bogen.

Weitere Informationen zum Naturschutz in Bayern im Internet auf den Seiten des Bayerischen Umweltministeriums unter www.stmug.bayern.de und auf den Seiten des Bayerischen Landesamtes für Umwelt unter www.lfu.bayern.de.