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Pressemitteilung 21/2014

21.01.2014 - 21/2014
Niederbayern / Natur und Umwelt
Rekordausgaben für den Naturschutz in Niederbayern
Regierung hat über 11,5 Millionen Euro Förderung im Jahr 2013 in der Region verteilt

Pm201421 1Mit dem Vertragsnaturschutzprogramm
werden extensiv genutzte, blumenreiche
Feuchtwiesen erhalten wie hier am
Wolfertsrieder Bach bei Achslach, Land-
kreis Regen. Foto: Wolfgang Lorenz

Das vergangene Jahr war ein äußerst erfolgreiches für den niederbayerischen Naturschutz. Über 11,5 Millionen Euro Zuschuss von Freistaat, Bund und Europäischer Union sind über die Regierung von Niederbayern in die Region geflossen. Das ist die höchste Summe seit 30 Jahren. Mit dem Geld wurden unter anderem Projekte zum Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten und für die Umweltbildung unterstützt.

An der Spitze der Einzel-Projektförderungen lag die Landesgartenschau in Deggendorf, die 2013 mit rund 2,6 Millionen Euro bezuschusst wurde und am 25. April 2014 eröffnet werden wird. Das Zentrum des landschaftsplanerischen Konzeptes sieht vor, am nördlichen Donauufer einen hochwertigen Grün- und Erholungsbereich zu schaffen, der auch über das Landesgartenschau-Jahr hinaus dauerhaft den Bürgern der Stadt und ihren Gästen zur Verfügung stehen wird.

Pm201421 2Die ehemalige Gemeindeweide in
Bischofsreut, die mit Mitteln des Bayer.
Naturschutzfonds angekauft und nun
naturschutzfachlich optimiert werden kann.
Foto: Robert Hofmann

Weiterhin stand 2013, wie auch das vergangene Jahr, ganz im Zeichen der Umweltbildung. Für drei Umweltbildungs-Großprojekte wurden insgesamt rund 1,24 Millionen Euro Zuschüsse ausbezahlt. Es handelt sich dabei um die Sanierung und Ausgestaltung des historischen "Grenzbahnhofs“ in Bayerischen Eisenstein, Landkreis Regen zu einem grenzüberschreitenden Informationszentrum für Natur- und Nationalpark Bayerischer Wald. Ab Frühjahr 2014 gibt es in dem Gebäude neben den bereits vorhandenen naturkundlichen Ausstellungen ein internationales Fledermauszentrum mit Pflegestation und eine Ausstellung zum Großen Arber.

Das "Waldgeschichtliche Museum St. Oswald“ im Landkreis Freyung Grafenau wurde umgestaltet. Es schildert nun umfassend die Natur-, Nutzungs- und Kulturgeschichte der Region. Ebenfalls im Landkreis Freyung-Grafenau laufen derzeit noch auf Hochtouren die Arbeiten für die völlige Neukonzeptionierung der Ausstellung "Jagd-Land-Fluss“ im "Schloss Wolfstein“ in Freyung, das die Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Tier als "Jäger“ und "Bejagte“ zeigen wird und ebenfalls im Jahr 2014 eröffnet werden soll.

Pm201421 3Blick in den „Fledermaus-Überwinterungs-
stollen“: Teil der neuen Umweltbildungs-
einrichtung im Grenzbahnhof Bayerisch-
Eisenstein, die im Frühjahr feierlich
eröffnet werden wird.
Foto: Hartwig Löfflmann

Darüber hinaus wurden bestehende Umweltbildungs-Einrichtungen und -Projekte mit circa 259.000 Euro unterstützt: unter anderem die vier niederbayerischen Umweltstationen "Haus am Strom“ im Landkreis Passau, "LBV Umweltstation Isarmündung“ im Landkreis Deggendorf, "Umweltstation Viechtach“ des Naturparks Bayerischer Wald im Landkreis Regen und das "Umweltzentrum Schloss Wiesenfelden“ im Landkreis Straubing-Bogen.

Über Vereinbarungen im Vertragsnaturschutz erhielten Land- und Forstwirte rund 2,6 Millionen Euro als Gegenleistung für die schonende Bewirtschaftung ihrer Grundstücke. Dazu kommen noch über zwei Millionen Euro für die Pflege und den Erhalt der niederbayerischen Kulturlandschaft über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien, rund 250.000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Mit Hilfe dieses Programms werden zum Beispiel ökologisch wertvolle Biotope wie Magerrasen, Feuchtwiesen oder Moore erhalten oder Streuobstwiesen und Hecken neu angelegt. Im Jahr 2013 konnte hierüber u.a. der "Schmetterlingsweg Pocking“ im Landkreis Passau mit rund 39.000 Euro bezuschusst werden. Bei dem Projekt handelt es sich um die ökologische Aufwertung von Flächen entlang des Geh- und Radweges Pocking-Tutting, der auf einer ehemaligen Bahntrasse verläuft.

Die Zahlungen des bayerischen Naturschutzfonds entsprachen 2013 etwa dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre: rund 562.000 Euro konnten für Grundstücksankäufe investiert werden. Über den Ankauf kann nun u. a. die naturschutzfachlich und kulturhistorisch äußerst bedeutsame ehemalige Gemeindeweide in Bischofsreut, Landkreis Freyung-Grafenau naturschutzfachlich optimiert und langfristig erhalten werden. Weitere rund 229.000 Euro wurden für die Gebietsbetreuung von sieben äußerst wertvollen, aber auch ökologisch sensiblen Gebieten bereitgestellt. Es handelt sich dabei um die Arber-Region im Landkreis Regen, das Ilztal im Landkreis Freyung-Grafenau und Passau, das Mündungsgebiet der Isar im Landkreis Deggendorf, die Donauleiten von Passau bis Jochenstein im Landkreis Passau, das Europareservat "Unterer Inn“ im Landkreis Rottal-Inn, den ehemaligen Standortübungsplatz mit Isarleite in Stadt und Landkreis Landshut sowie den Bereich der Weltenburger Enge im Landkreis Kelheim.

Pm201421 6Die Wacholderheiden im Altmühltal, eine historische Kulturlandschaft, die durch Schafbeweidung entstanden ist, lassen sich nur durch Einsatz von Vertragsnaturschutz- und Landschaftspflegeprogramm erhalten.
Foto: Landschaftspflegeverband Kelheim

 

Weitere Informationen zum Thema Naturschutz in Niederbayern: