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Pressemitteilung 363/2015

02.11.2015 - 363/2015
Niederbayern / Integration
Deutsch war Lieblingsfach der jungen vietnamesischen Regierungsbeamtin
Regierungspräsident Grunwald freut sich über gelebte Integration in der Regierung

Deutsch ist schon immer ihr Lieblingsfach gewesen. Mit der Traumnote 1 in Deutsch hat sich die junge Landshuter Vietnamesin nach dem Fachabitur vor drei Jahren beim Freistaat für eine Verwaltungslaufbahn beworben und ist bei der bayernweiten Zulassungsprüfung unter die besten 20 von mehr als 8000 Kandidaten gekommen. Nun hat Regierungspräsident Heinz Grunwald Tram Anh Hoàng dazu gratuliert, dass sie als Beamtin der Regierung von Niederbayern übernommen worden ist.

Mit den Eltern spricht die 23-jährige Hoàng immer noch vietnamesisch, mit dem jüngeren Bruder und mit Freunden und in der Arbeit ausschließlich Deutsch. „Mir hat Deutsch schon von der ersten Klasse an sehr gut gefallen“, sagt sie, in Deutsch sei sie besser als in der Muttersprache, die sie zwar sprechen, aber nicht so gut schreiben könne.

Regierungspräsident Heinz Grunwald hofft darauf, dass Hoàngs Beispiel Schule macht. Er hofft, dass sich Schülerinnen und Schüler, die zuhause nicht Deutsch mit den Eltern sprechen, ähnlich stark wie Hoàng für die deutsche Sprache interessieren. „Wir brauchen mehr Menschen in der Regierung, die zwei Kulturen verstehen, dabei aber ganz in der deutsche Sprache zuhause sind“, sagt er. Den 14jährigen Bruder hat Tram Anh Hoàng mit der Lust auf eine deutsche Verwaltungstätigkeit schon angesteckt. Der kann sich schon jetzt vorstellen, auch einmal Beamter zu werden, er mag wie die große Schwester auch Deutsch in der Schule am liebsten.

Neben Vietnam sind in der Regierung schon jetzt 16 weitere verschiedene Herkunftsländer vertreten – sehr nahe wie Österreich, Kroatien, Polen und Rumänien, sehr ferne wie Jemen, die Russische Föderation, Senegal und Sudan. Von Menschen, die in zwei Kulturen zuhause sind, könne man vieles lernen, findet Grunwald.

Grunwald kennt die vietnamesische Kultur ein wenig über eine vietnamesische Patentochter. Auf einer Reise in deren Herkunftsland hat Grunwald den Fleiß und das wirtschaftliche Geschick vieler Einheimischer dort erlebt. So lebten vor allem in den Touristenstädten viele Vietnamesen von ihrem besonderen Geschick in der Schneiderei – innerhalb von vier Stunden fertigen sie maßgeschneiderte Kleidung für Touristen. Und andere würden sich als Rikschafahrer in der Küstenebene das tägliche Brot verdienen und den Fremden dort Einblicke in die Landschaft gewähren, die niemand bekommt, der nur mit dem Auto dort unterwegs ist.

Tram Anh Hoàng kennt und liebt die Rikschatouren von Besuchen bei den Großeltern in Hanoi, sie freut sich über die Anerkennung der Heimat ihrer Eltern durch den Regierungspräsidenten. Als Mitarbeiterin in der Wirtschaftsförderung lobt sie ihrerseits den besonderen Fleiß und den Ideenreichtum der Niederbayern. Sie freut sich über die niederbayerische Freundlichkeit am Telefon – „es rufen eigentlich nur nette Leute an“ – und besucht auch gerne Firmen in der Region. Es sei schon toll, sagt sie, wenn man sieht, was aus einer Firma geworden ist, die vor ein paar Jahren einmal von der Regierung gefördert worden sei.

Pm15363 Regierungspräsident Heinz Grunwald im Gespräch mit Tram Anh Hoàng. Foto: Regierung von Niederbayern