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Pressemitteilung 433/2015

23.12.2015 - 433/2015
Landkreis Landshut / Natur und Umwelt
FFH-Gebiet "Bucher Graben" - Kleinod in Landshuts Nachbarschaft

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Blick auf das FFH-Gebiet „Bucher Graben“
(Regierung von Niederbayern)

Zur Vorstellung des Managementplan-Entwurfes für das FFH-Gebiet „Bucher Graben“ hatte die Regierung von Niederbayern am Dienstagabend, dem 15.12.2015 zum Huberwirt nach Altdorf-Gstaudach eingeladen. Unter den gut sechzig Gästen befanden sich zahlreiche Vertreter von Kommunen, Behörden, Vereinen und Verbänden sowie Landwirte und Waldbesitzer.

Das knapp 50 ha große Fauna-Flora-Habitat - Gebiet (kurz: FFH-Gebiet) „Bucher Graben“ (7438-371) liegt im Landkreis Landshut zwischen Edlmannsberg und Eugenbach. Der „Bucher Graben“ ist vor allem wegen des Vorkommens der Bachmuschel (Unio crassus) als FFH-Gebiet gemeldet worden. Er ist eines der wenigen niederbayerischen Gewässer, in denen sie sich aktuell noch fortpflanzt. Ihre Bestände sind in der Vergangenheit bundesweit stark zurückgegangen. Die Bachmuschel gilt daher nach der Roten Liste gefährdeter Tier- und Pflanzenarten in Bayern als vom Aussterben bedroht. Daneben bietet der Bucher Graben weiteren seltenen Tierarten wie dem Steinkrebs einen Lebensraum.

Dass sich im Bucher Graben bis heute so seltene Tiere halten konnten, ist auch ein Verdienst der Anlieger und zeigt, dass am Bucher Graben manche Fehler, die andernorts zum Verschwinden der Bachmuschel geführt haben, vermieden worden sind.

Aufgabe des Managementplans ist es, diejenigen Maßnahmen festzulegen, die notwendig sind, um das FFH-Gebiet mit seinen maßgeblichen Lebensräumen und Arten in einem günstigen Erhaltungszustand zu bewahren. Für den Bucher Graben sieht der Plan unter anderem vor, die Durchgängigkeit innerhalb des Gewässers wieder herzustellen. Dem Gewässer die Möglichkeit zur eigendynamischen Entwicklung zu geben, wurde als weitere wichtige Maßnahme genannt, ebenso die Schaffung ausreichender Pufferstreifen zum Gewässer, die allenfalls sehr extensiv bewirtschaftet werden sollten.

Für den einzelnen Grundeigentümer besteht keine Verpflichtung zur Durchführung der im Managementplan dargestellten Maßnahmen. Sie sollen vielmehr vorrangig durch freiwillige Vereinbarungen umgesetzt werden. Dafür stehen verschiedene staatliche Förderprogramme wie beispielsweise das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm zur Verfügung.

Der Bucher Graben ist ein echtes Kleinod der heimischen Natur, das es gemeinsam zu bewahren gilt. Die Naturschutzbehörden werden sich in den kommenden Wochen und Monaten darum bemühen, mit den beteiligten Kommunen, Behörden und Grundbesitzern ins Gespräch zu kommen und erste Möglichkeiten zur Umsetzung des Managementplans auszuloten.