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Pressemitteilung 135/2016

18.05.2016 - 135/2016
Niederbayern / Landesentwicklung
Mehr Strom für die Endverbraucher
380-kV-Leitung Altheim – St. Peter: Regierung schließt Raumordnungsverfahren für den Abschnitt Adlkofen – Matzenhof ab

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Bild: Regierung von Niederbayern

Die Regierung von Niederbayern hat das Raumordnungsverfahren für den etwa 60 km langen Ausbau der bestehenden 220-kV-Leitung zu einer leistungsstärkeren 380-kV-Leitung im Abschnitt von Adlkofen nach Matzenhof (Stadt Simbach a. Inn) abgeschlossen. Das Verfahren, das im Benehmen mit der Regierung von Oberbayern durchgeführt wurde, hatte die Firma TenneT TSO GmbH als Vorhabenträgerin beantragt. Neben einer bestandsorientierten Trasse hatte die Antragstellerin in zahlreichen Abschnitten verschiedene Varianten vorgeschlagen, die im Raumordnungsverfahren zu prüfen und zu bewerten waren.

Als positiv beurteilte die Regierung von Niederbayern die bestandsorientierte Variante entlang der vorhandenen 220-kV-Leitung in all denjenigen Abschnitten, die keine Alternativen aufwiesen. Wo es allerdings Varianten gab, hat die Regierung meist nur eine Variante für raumverträglich erklärt. Neben dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und des Landschaftsbildes spielte bei den Entscheidungen insbesondere der Immissions- und Wohnumfeldschutz eine wichtige Rolle. Da mittlerweile die Siedlungen sehr nahe an die bestehende 220-kV-Leitung herangerückt sind, lehnt die Regierung den bestandsorientierten Ausbau bei Adlkofen und Seyboldsdorf, zwischen Aich und Binabiburg, bei Frauenhaselbach, Massing, Unterdietfurt und Hammersbach sowie in Wurmannsquick, Tann und in Brauching ab. Ebenfalls keine Zustimmung fanden die beiden Südvarianten in Wurmannsquick und die Nordvariante in Tann/Reut.

Die landesplanerische Beurteilung enthält eine Reihe von Maßgaben, die zu einer Optimierung der positiv beurteilten Varianten beitragen sollen. So muss beispielsweise die geplante Trasse bei der Ortschaft Reut weiter nach Süden gerückt werden, da die Abstände zu einem Wohngebiet aus Immissionsschutzgründen nicht ausreichen. Auch in Göttlkofen, Seyboldsdorf und Unterdietfurt sowie bei den Weilern Maier am Berg und Jetzelsberg sind Verschwenkungen erforderlich, um einen besseren Wohnumfeldschutz zu erreichen. Die landesplanerische Beurteilung enthält aber auch Maßgaben zur Reduzierung von Eingriffen in Wasserschutzgebiete und ökologisch sensible Bereiche.

Heinz Grunwald, Regierungspräsident von Niederbayern, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis des Raumordnungsverfahrens: „Die Ertüchtigung und der Ausbau unserer Energieleitungen sind wichtige Grundvoraussetzungen für das Gelingen der Energiewende. Die Landesplanung hat mit diesem Raumordnungsverfahren einen wesentlichen Beitrag geleistet, einen Trassenkorridor zu finden, der sich möglichst wenig störend auf das Wohnumfeld der Menschen auswirkt.“

Die Landesplanerische Beurteilung kann im Internet unter
http://www.regierung.niederbayern.bayern.de/aufgabenbereiche/2/raumordnung/verfahren/index.php
sowie http://www.regierung.oberbayern.bayern.de/aufgaben/wirtschaft/raumordnung/landesplanung/10944/index.php eingesehen werden.

Dem Raumordnungsverfahren schließt sich nun das Planfeststellungsverfahren an, bei dem die Trasse parzellenscharf festgelegt wird. Auch beim Planfeststellungsverfahren werden die Öffentlichkeit und die Fachstellen erneut beteiligt werden.