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Pressemitteilung 218/2016

09.08.2016 - 218/2016
Niederbayern / Bauwesen
Halbjahresbilanz 2016 für den Wohnungspakt Bayern
Förderanträge für Mietwohnungsbau steigen deutlich an

Günstige Wohnungen fehlen nicht nur in Großstädten. Auch in vielen kleineren Städten und Gemeinden Niederbayerns suchen einkommensschwache Haushalte eine bezahlbare, moderne Mietwohnung. Der Wohnungspakt Bayern soll den Bau solcher Wohnungen vorantreiben. So gibt es beispielsweise seit dem 1. Januar 2016 für Städte und Gemeinden einen Zuschuss von bis zu 30 Prozent der Kosten für den Bau oder Umbau von Wohnungen. Die Regierung von Niederbayern konnte seitdem bereits für 19 Wohnungen Zuschüsse in Höhe von 772.000 Euro bewilligen, weitere Projekte sind in Vorbereitung.

Förderung für Wohnungsunternehmen, Baugenossenschaften und private Investoren

Geld gibt es nicht nur für Kommunen: Auch Wohnungsunternehmen, Baugenossenschaften und private Investoren können eine Förderung beantragen, wenn sie Mietwohnungen für Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen schaffen. Das Prinzip dieser Förderung ist einfach: der Staat fördert den Bauherrn beim Bau von Wohnungen. Im Gegenzug dafür vermietet dieser die Wohnungen 25 Jahre lang nur an einkommensschwache Haushalte und erhält dafür die ortsübliche Miete.

Die Förderung des Bauherrn besteht in erster Linie aus zinsverbilligten Darlehen. Zusätzlich gibt es seit Kurzem aber auch einen Zuschuss von bis zu 300 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Diese Verbesserung führte zu einer verstärkten Nachfrage nach dem Förderprogramm: Im ersten Halbjahr 2016 wurden 46 Wohnungen mit 5,8 Millionen Euro gefördert und damit genauso viele wie im ganzen Jahr 2015, da gab es für ebenfalls 46 Wohnungen 5,5 Millionen Euro Förderung. Erfahrungsgemäß werden die meisten Förderanträge jedoch erst im Herbst gestellt. „Bis Jahresende erwarten wir einen deutlichen Anstieg. Aber noch ist Geld da, das uns der Bayerische Landtag als Haushaltsgesetzgeber zur Verfügung gestellt hat“, sagt Regierungspräsident Heinz Grunwald.

Der Wohnungspakt Bayern

Der Wohnungspakt Bayern wurde 2015 vom Bayerischen Kabinett ins Leben gerufen und ist als eine Allianz der Staatsregierung mit den kommunalen Spitzenverbänden, den Kirchen, der Wohnungswirtschaft und weiteren Verantwortlichen für den Wohnungsbau geplant.

28.000 neue staatlich finanzierte oder geförderte Mietwohnungen sollen bis 2019 im Rahmen des Wohnungspakts entstehen. 2,6 Milliarden Euro werden von 2016 bis 2019 bayernweit für ein staatliches Sofortprogramm, ein kommunales Förderprogramm und den Ausbau der allgemeinen Wohnungsbauförderung bereitstehen.

1. Säule: Staatliches Sofortprogramm:

Als erste Säule des Wohnungspakts plant und baut der Staat in einem Sofortprogramm Wohnungen, überwiegend für anerkannte Flüchtlinge aber auch für andere einkommensschwache Haushalte. Bayernweit stehen 70 Millionen Euro für rund 3.300 kurzfristig zu schaffende Wohnplätze zur Verfügung. Diese sollen mit reduziertem Wohn- und Baustandard sowie mit befristeter Standzeit auf staatlichen oder auch kommunalen Grundstücken entstehen.

2. Säule: Kommunales Förderprogramm:

150 Millionen Euro pro Jahr stehen bayernweit von 2016 bis 2019 für die zweite Säule zur Verfügung. Das kommunale Förderprogramm richtet sich an Gemeinden, auch in kommunaler Zusammenarbeit.

3. Säule: Ausbau der staatlichen Wohnraumförderung:

379,1 Millionen Euro stehen allein 2016 für die dritte Säule des Wohnungspakts Bayern zur Verfügung: Durch den Ausbau der staatlichen Wohnraumförderung sollen 2016 bayernweit 2.500 Mietwohnungsneubauten geschaffen werden, in den Folgejahren soll sich diese Zahl jährlich um 500 Wohnungen erhöhen. Dazu werden auch die Mittel kontinuierlich bis auf 547,1 Millionen Euro in 2019 aufgestockt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://www.regierung.niederbayern.bayern.de/aufgabenbereiche/3/wohnungswesen/index.php
Tel.: 0871 808 01 oder per E-Mail: poststelle@reg-nb.bayern.de

Bauprojekte aus den Landkreisen, die staatlich gefördert werden:

Landkreis Deggendorf, Stadt Osterhofen: Neubau von neun genossenschaftlichen Mietwohnungen

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Foto: maier + maier architekten

An der Nelkenstraße in Osterhofen errichtet die Baugenossenschaft Vilshofen derzeit neun Mietwohnungen. Von den Gesamtkosten der Maßnahme in Höhe von 1,55 Millionen Euro stellt die Regierung von Niederbayern Baudarlehen in Höhe von 842.000 Euro und einen Zuschuss von 160.800 Euro aus Mitteln des Bundes bereit.

Landkreis Kelheim, Stadt Kelheim: Neubau von 15 städtischen Mietwohnungen

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Foto: Raith Architekten GmbH

Eines der ersten Projekte in Niederbayern im Rahmen des neuen kommunalen Wohnraumförderprogramms entsteht in Kelheim.

Als erster Abschnitt wird ein nicht mehr genutztes Wohngebäude an der Starenstraße abgerissen und durch ein neues mit 15 Wohneinheiten ersetzt. Es werden insgesamt sieben Zweizimmerwohnungen  und acht Dreizimmerwohnungen mit rund  49 und 75 Quadratmetern Wohnfläche errichtet. Das Gebäude wird ohne Keller ausgeführt. Die Erschließung erfolgt über Laubengänge, welche durch zusätzliche Abstellbereiche für jede Wohnung gegliedert sind. Alle Wohnungen im Erdgeschoss sind barrierefrei erreichbar, sämtliche Wohnungen sind barrierefrei nutzbar. Die Gesamtplanung sieht drei Wohngebäude vor, die in U-Form angelegt sind. Auf dem Grundstück selbst werden auch Grünflächen und Kinderspielplätze ausgewiesen.

Die Gesamtkosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich auf zirka 2,15 Millionen Euro. Die Regierung von Niederbayern hat für die 15 Wohneinheiten einen Zuschuss von 645.500 Euro und ein staatliches Baudarlehen in Höhe von 1 Million Euro bewilligt.

Gemeinde Neufahrn: Vier Wohneinheiten gefördert im Kommunalen Wohnraumförderungsprogramm

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Foto: Regierung von Niederbayern

Aus zwei mach vier: Die Gemeinde Neufahrn baut im Rahmen des kommunalen Wohnungsbauförderprogramm ein leerstehendes Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung in ein Wohnhaus für vier Mietparteien um. Sie war damit die erste Gemeinde in Niederbayern, die das neue Förderprogramm beantragt hat. Für den Erwerb des Gebäudes und die Umbaukosten hat die Regierung von Niederbayern einen staatlichen Zuschuss von 127.000 Euro bewilligt.

Stadt Landshut: Neubau von 22 Mietwohnungen, Alfons-Beckenbauer-Weg

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Foto: Regierung von Niederbayern

Im Neubaugebiet „Schönbrunner Wasen“ wird durch die NaBau eG das „Haus an der Isar“ als gemeinschaftliches Wohnprojekt verwirklicht. Die späteren Bewohner sind durch ihre Baugemeinschaft GeWoSchön Landshut von Anfang an in die Planung einbezogen und haben ein hohes Maß an Mitgestaltungsmöglichkeiten.

In zwei Gebäuden entstehen 22 Wohneinheiten zwischen 45 und 103 Quadratmeter. Alle Wohnungen sind barrierefrei und werden im Bedarfsfall rollstuhlgerecht ausgebaut. Die ökologische Bauweise und die Gemeinschaftsanlagen verleihen dem Projekt eine hohe Qualität. Neun Wohnungen werden von der Regierung von Niederbayern mit staatlichen Baudarlehen von rund 1,08 Millionen Euro und einem Zuschuss von 115.000 Euro gefördert.

Stadt Landshut: Neubau von fünf Mietwohnungen in der Danziger Straße

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Foto: Bliemel Bubb Archtitekten

Der Verein AnS-Werk Landshut e.V. baut momentan fünf Zwei-Zimmer-Wohnungen für sozial benachteiligte, lernbehinderte Jugendliche und Erwachsene. Das Vorhaben ist eine modellhafte und neue Alternative zu den herkömmlichen, nicht inkludierten Wohnangeboten im stationären Bereich und stellt damit einen Beitrag zur Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung dar. Einschließlich der neuen Geschäftsstelle belaufen sich die Gesamtkosten auf ca. 1,12 Mio. Euro. Die Regierung von Niederbayern hat für die fünf Wohneinheiten ein staatliches Baudarlehen von rund 470.000 Euro und einen Zuschuss von rund 74.000 Euro bewilligt.

Stadt Landshut: Neubau von 15 Mietwohnungen am Max-von-Oppenheim-Weg

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Foto: Moro Immobilienverwaltung GmbH

Im Baugebiet „Schönbrunner Wasen“ in Landshut am Max-von-Oppenheim-Weg entstehen 15 neue geförderte Mietwohnungen durch eine Investorin, die bei der Baudurchführung durch die Immobilienverwaltung Moro GmbH unterstützt wird. Es wird ein dreigeschossiges Gebäude mit Laubengangerschließung und einem begrüntem Flachdach errichtet. Die Wohnungen haben eine Größe zwischen 51 und 73 Quadratmetern. Das Erdgeschoß ist barrierefrei erschlossen, ein Aufzug für die beiden oberen Geschosse ist nachrüstbar. Das Gebäude wird an das Fernwärmenetz der Stadt Landshut angeschlossen. Für die 15 Wohnungen wurden ein Zuschuss von rund 220.000 Euro sowie ein staatliches Darlehen von rd. 1,6 Millionen Euro bewilligt.

Stadt Bogen: Neubau von zwölf Wohneinheiten in der Tassilostraße

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Foto: Martin Weinzierl, Architekt

An der Tassilostraße in Bogen errichtet die Kreiswohnungsbau GmbH Straubing-Bogen derzeit zwölf Mietwohnungen. Das Projekt ist eines der ersten, die im Rahmen des Wohnungspakts Bayern in Niederbayern errichtet werden. Von den Gesamtkosten der Maßnahme in Höhe von 1,9 Millionen Euro stellt die Regierung von Niederbayern Baudarlehen und Zuschüsse in Höhe von ca. 1,4 Mio. Euro aus Mitteln des Landes und des Bundes bereit.

Stadt Passau: Neubau von neun Mietwohnungen als Ersatzwohnbau, Neustifter Straße 53

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Foto: Architekturbüro Denz

Fast fertig ist der Ersatzbau an der Neustifter Straße in Passau. Die Kreiswohnungsbau Passau GmbH baut nach dem Abriss des alten Gebäudes derzeit einen zeitgemäßen und wirtschaftlicheren Bau mit neun Mietwohnungen. Sie sind alle barrierefrei und über einen Aufzug erschlossen. Durch den angebotenen Wohnungsmix kommen sowohl Singles auf rund 36 Quadratmeter Wohnfläche als auch Mehrpersonenhaushalte auf knapp 80 Quadratmeter Wohnfläche zum Zug.