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Pressemitteilung 255/2016

20.09.2016 - 255/2016
Niederbayern / Integration
Einladung an die Medien
Auszeichnung für die beste interkulturelle Arbeit
Sozialministerium und Regierung von Niederbayern verleihen Integrationspreis

Sozialministerin Emilia Müller und Regierungspräsident Heinz Grunwald würdigen herausragende Integrationsprojekte mit der

Verleihung des niederbayerischen Integrationspreises 2016
am Dienstag, 27. September 2016, 17 Uhr,
im großen Sitzungssaal der Regierung von Niederbayern,
Regierungsplatz 540 (Hauptgebäude, 2. Stock), 84028 Landshut.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen. Bitte teilen Sie uns bis spätestens 23. September 2016 per Mail pressestelle@reg-nb.bayern.de mit, wenn Sie an dem Termin teilnehmen möchten.

Seit 2007 werden Initiativen und Projekte ausgezeichnet, die dabei helfen, die Integration von Migrantinnen und Migranten zu fördern - zum Beispiel in Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen und in der berufsbegleitenden Bildung oder ähnlichen Projekten.

In diesem Jahr verleiht die Regierung von Niederbayern den Integrationspreis an vier herausragende Projekte, die sich auf besondere Weise für Migrantinnen und Migranten einsetzen. Fast alle ausgezeichneten Projekte stellen im Hinblick auf die aktuelle Herausforderung unserer Gesellschaft die Unterstützung von Flüchtlingen auf verschiedenste Arten in den Fokus ihrer Arbeit.

Erstmalig wird in diesem Jahr außerdem ein Anerkennungspreis verliehen. Ein bereits 2012 mit dem Integrationspreis ausgezeichnetes Projekt wird für sein nachhaltiges Wirken ausgezeichnet.

Das Preisgeld von insgesamt 5.500 Euro hat das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration aus den vom Bayerischen Landtag bewilligten Haushaltsmitteln zur Verfügung gestellt.

Der niederbayerische Integrationspreis 2016 geht an:

"Brückenklasse für internationale Jugendliche" des Gymnasiums Seligenthal in Landshut  (2.000 Euro)

Das Projekt ermöglicht es Kindern in einer jahrgangsübergreifenden, internationalen Einstiegsklasse 15 bis 20 Stunden in der Woche intensiv Deutsch zu lernen. Ergänzend besuchen die Kinder der Brückenklasse den regulären Kunst-, Musik- und Sportunterricht, bevor sie nach maximal einem Jahr in den Regelunterricht einsteigen. Stellvertretend erhält Schulleiterin Ursula Weger den Integrationspreis. Derzeit besuchen 37 Kinder zwischen elf und 17 Jahren aus insgesamt 16 Ländern die Brückenklasse. Sieben der Kinder sind Flüchtlinge, drei von ihnen kamen unbegleitet aus Syrien und Afghanistan. Die Teilnahme an der Brückenklasse soll den Kindern den schnellen Abbau von Sprachbarrieren ermöglichen und ihnen helfen, sich in ihr neues Umfeld und das bayerische Schulsystem zu integrieren.

Theaterprojekt "Mitten in Niederbayern" (1.500 Euro)

Gemeinsam mit Flüchtlingen und der Schauspielgruppe "Die Ankommer" vom Lebensraum Rottal e.V. hat Regisseur Sebastian Goller ein besonderes Theaterstück auf die Bühne gebracht. In "Mitten in Niederbayern" schlüpfen Flüchtlinge aus dem Senegal, Eritrea, Somalia und Syrien in die Rolle niederbayerischer Dorfbewohner, Einheimische spielen Menschen auf der Flucht. Das Außergewöhnliche an diesem Projekt: Flüchtlinge werden nicht unterstützt oder betreut, sondern können selbst aktiv werden und etwas leisten. Im Oktober 2015 feierte die bayerische Komödie Premiere, seitdem wurde das Stück mit großem Erfolg in verschiedenen Orten aufgeführt. Auf diese Weise lernten die Flüchtlinge Deutsch, zeigten Ehrgeiz und wurden zu Ensemblemitgliedern.

AVA e.V., Arbeitskreis für Vilshofener Asylbewerber (750 Euro)

Stellvertretend für die Mitglieder des Arbeitskreises erhält Vorsitzende Eva-Maria Felscher den Integrationspreis. Seit 2012 kümmern sich die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins um die Anliegen der Flüchtlinge und Asylbewerber in Vilshofen. Dazu zählen beispielsweise die Hilfe bei Arbeits- und Wohnungssuche, Umzügen und das Angebot von Nachhilfe und Deutschkursen. Außerdem hat der Verein mehrere Kleiderkammern eingerichtet. Dieses Jahr haben sich auch die Helferkreise aus Aidenbach, Pleinting und Eging dem AVA angeschlossen, um sich besser untereinander vernetzen und effektiver arbeiten zu können.

Netzwerk "Willkommen in Vilsbiburg" (750 Euro)

Zahlreiche engagierte Bürger aus Vilsbiburg bilden einen ehrenamtlichen Helferkreis, um die Integration der örtlichen Flüchtlinge und Asylbewerber zu unterstützen. Die Helfer übernehmen Hauspatenschaften, bieten Deutschkurse an, helfen bei der Arbeits-, Ausbildungs- und Praktikavermittlung und verteilen Spendengelder. Außerdem haben sie eine Willkommensbroschüre in fünf Sprachen erstellt, die über wichtige Kontaktadressen, Termine für Deutschkurse oder über Kultur- und Freizeitangebote informiert. Stellvertretend für die Helfer des Netzwerks wird Petra Nordling den Integrationspreis entgegennehmen.

Anerkennungspreis für das Projekt "Schüler für Schüler" der Grundschule St. Nikola in Landshut (500 Euro)

Bereits 2012 erhielt das Projekt den niederbayerischen Integrationspreis, für seine Nachhaltigkeit soll es in diesem Jahr mit dem Anerkennungspreis ausgezeichnet werden. Denn seit 2010 wird an der Grundschule St. Nikola das Integrationsprojekt "Schüler für Schüler" erfolgreich umgesetzt. Rund 90 Prozent der Nikolaschüler haben heute einen Migrationshintergrund. Förderpaten aus weiterführenden Schulen begleiten diese Kinder im Schulalltag während eines Schuljahres. Bei einem wöchentlichen Treffen helfen die Förderpaten "ihrem" Kind bei Hausaufgaben oder geben ihnen Rat bei Alltagssorgen. Das Projekt fördert ein Miteinander von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund, stärkt ihr Selbstbewusstsein und ihre Kommunikationsfähigkeit. Joachim Schmohel vom Sonderpädagogischen Förderzentrum Landsrut-Stadt hatte die Idee zu dem Projekt. Er und Christina Meindl, Rektorin der Grundschule St. Nikola, erhalten stellvertretend den Anerkennungspreis.