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Pressemitteilung 257/2016

27.09.2016 - 257/2016
Niederbayern / Integration
Auszeichnung für die beste interkulturelle Arbeit
Sozialministerium und Regierung von Niederbayern verleihen Integrationspreis

Sozialministerin Emilia Müller und Regierungspräsident Heinz Grunwald haben am Dienstag den niederbayerischen Integrationspreis 2016 an vier Projekte verliehen, die sich beispielhaft für Migrantinnen und Migranten und ihre Integration einsetzen.

"Integration kann nur vor Ort gelingen. Dort werden Werte und Traditionen gelebt, dort wird unsere Sprache gesprochen. Die heute prämierten Projekte sind schöne Beispiele, die zeigen, dass in Bayern allenthalben Unterstützung zur Integration zu finden ist. In der Schule, der Nachbarschaft und im kulturellen Leben. Integration braucht aber auch die Bereitschaft und eigene Anstrengungen der Zuwanderer. Diese fordern wir ein. Ebenso wie die Anerkennung unserer Werteordnung und Leitkultur", erklärte Bayerns Integrationsministerin Emilia Müller.

"Nachdem im vergangenen Jahr zig Tausende Asylbewerber in Niederbayern angekommen sind, stehen wir jetzt vor der Herausforderung, diejenigen, die bleiben, in unsere Gesellschaft zu integrieren. Für diese gewaltige Aufgabe brauchen wir Menschen, die sich in Projekten wie den heute ausgezeichneten engagieren", sagte Regierungspräsident Heinz Grunwald.

Der niederbayerische Integrationspreis 2016 geht:

  • stellvertretend für die Brückenklasse für internationale Jugendliche des Gymnasiums Seligenthal in Landshut (2000 Euro) an Schulleiterin Ursula Weger. Das Projekt ermöglicht es Kindern, in einer jahrgangsübergreifenden, internationalen Einstiegsklasse 15 bis 20 Stunden in der Woche intensiv Deutsch zu lernen, bevor sie in den Regelunterricht einsteigen. Im ersten Jahr besuchten 37 Kinder zwischen elf und 17 Jahren aus insgesamt 16 Ländern die Brückenklasse. Sieben der Kinder sind Flüchtlinge und Asylbewerber, drei von ihnen kamen unbegleitet aus Syrien und Afghanistan. Die Teilnahme an der Brückenklasse soll den Kindern den schnellen Abbau von Sprachbarrieren ermöglichen und ihnen helfen, sich in ihr neues Umfeld sowie das bayerische Schulsystem zu integrieren.
  • an das Theaterprojekt "Mitten in Niederbayern" (1500 Euro) des Regisseurs Sebastian Goller. In der bayerischen Komödie stehen Asylbewerber, Flüchtlinge und die Schauspielgruppe "Die Ankommer" vom Lebensraum Rottal e.V. gemeinsam auf der Bühne. Asylbewerber und Flüchtlinge aus dem Senegal, Eritrea, Somalia und Syrien schlüpfen dabei in die Rolle niederbayerischer Dorfbewohner, Einheimische spielen Menschen auf der Flucht.
  • stellvertretend für die Mitglieder des Vereins Arbeitskreis für Vilshofener Asylbewerber (750 Euro) an die Vorsitzende Eva-Maria Felscher. Seit 2012 kümmern sich die ehrenamtlichen Mitglieder von AVA e.V. um die Anliegen der Flüchtlinge und Asylbewerber in Vilshofen. Dazu zählen beispielsweise die Hilfe bei Arbeits- und Wohnungssuche, Umzügen und das Angebot von Nachhilfe und Deutschkursen.
  • an Petra Nordling, stellvertretend für das Netzwerk "Willkommen in Vilsbiburg" (750 Euro). Zahlreiche engagierte Bürger aus Vilsbiburg bilden einen ehrenamtlichen Helferkreis, um die Integration der örtlichen Flüchtlinge und Asylbewerber zu unterstützen. Die Helfer übernehmen Hauspatenschaften, bieten Deutschkurse an, helfen bei der Arbeits-, Ausbildungs- und Praktikavermittlung und verteilen Spendengelder.

Erstmalig geht in diesem Jahr außerdem ein Anerkennungspreis an:

  • das Projekt "Schüler für Schüler" der Grundschule St. Nikola in Landshut (500 Euro). Bereits 2012 erhielt das Projekt den niederbayerischen Integrationspreis, für seine Nachhaltigkeit soll es in diesem Jahr mit dem Anerkennungspreis ausgezeichnet werden. Förderpaten aus weiterführenden Schulen begleiten Kinder mit Migrationshintergrund im Schulalltag während eines Schuljahres. Das Projekt fördert ein Miteinander von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund, stärkt ihr Selbstbewusstsein und ihre Kommunikationsfähigkeit. Joachim Schmohel vom Sonderpädagogischen Förderzentrum Landsrut-Stadt und Christina Meindl, Rektorin der Grundschule St. Nikola, erhalten stellvertretend für alle Mitwirkenden den Anerkennungspreis.

Seit 2007 werden mit dem niederbayerischen Integrationspreis Initiativen und Projekte ausgezeichnet, die dabei helfen, die Integration von Migrantinnen und Migranten zu fördern - zum Beispiel in Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen und in der berufsbegleitenden Bildung oder ähnlichen Projekten.

Das Preisgeld von insgesamt 5.500 Euro hat das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration aus den vom Bayerischen Landtag bewilligten Haushaltsmitteln zur Verfügung gestellt.

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Sozialministerin Emilia Müller (Mitte) und Regierungspräsident Heinz Grunwald zeichneten am Dienstag vier Projekte mit dem niederbayerischen Integrationspreis aus. Ein Projekt erhielt außerdem einen Anerkennungspreis. Foto: Regierung von Niederbayern