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Pressemitteilung 306/2016

19.12.2016 - 306/2016
Niederbayern / Gesellschaft
Weihnachts- und Neujahrsgrußwort von Regierungspräsident Rainer Haselbeck

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Rainer Haselbeck
Regierungspräsident

Niederbayern ist dort, wo der liebe Gott Urlaub macht – so hat es Emanuel Eckardt einmal geschrieben. Und er hat natürlich Recht! Als gebürtiger Niederbayer freue ich mich, beruflich heimzukehren und für meine Heimat arbeiten zu dürfen. Der liebe Gott soll schließlich Stammgast bei uns sein.

Die hohe Lebensqualität in Niederbayern ist das Verdienst fleißiger Menschen. Nicht große Worte sind hier gefragt, sondern beherztes Anpacken. Das gilt auch für die Zukunft. Denn das Wohlfühlen heute sichert nicht den Wohlstand von morgen. In einer sich immer schneller entwickelnden Welt werden die Herausforderungen nicht kleiner, sondern größer.

Digitalisierung ist der Schlüsselbegriff unserer Zeit. Er beschreibt die größte Umwälzung der letzten 100 Jahre – mindestens. Das gesamte Leben ist davon umfasst: Wie wir uns informieren, wie wir miteinander kommunizieren, wie wir unsere Freizeit verbringen und – vor allem – wie wir arbeiten. Ganze Wirtschaftsbereiche sind bedroht. Allein das Smartphone kann Musik abspielen und Filme, Zeitungen abbilden und ganze Bücher, Taschenlampe und Wecker genauso sein wie Fotoapparat und Filmkamera, Routenplaner und Atlas genauso wie Stoppuhr oder Taschenrechner. Die Reihe ließe sich fortsetzen. Wird das Auto der Zukunft ein elektrogetriebener, selbstfahrender Computer? Das muss uns in Niederbayern interessieren!

Natürlich bietet die Digitalisierung auch große neue Chancen. Entscheidend ist, dass Niederbayern bei diesen enormen Technologiesprüngen Gestalter ist, nicht nur Nutzer. Der Regierungsbezirk soll eine Top-Region der digitalen Kreativität sein. Das neue digitale Gründerzentrum mit den Standorten Passau, Deggendorf und Landshut ist eine kluge Weichenstellung und muss ein Erfolg werden. Wir müssen die Bedingungen schaffen, damit unsere Hochschuleinrichtungen, Technologiezentren und regionalen Netzwerke weiter wachsen und neue Unternehmen gegründet werden können. Die Theorie muss in die Praxis, Ideen müssen zu Produkten werden. Ohne schnelles Internet geht heute nichts mehr. Da heißt es den Ausbau in Niederbayern weiter kräftig anschieben.

Doch nicht allein die Datenautobahn gilt es auszubauen für eine erstklassige Infrastruktur. Die Bundesfernstraßen müssen weiter entwickelt werden, ganz vorne mit dabei sind die A 3, die A 94 und die B 15neu. Das östliche Niederbayern braucht dringend einen leistungsfähigen Bahnanschluss an den Flughafen und zur Landeshauptstadt, vor allem auch den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Plattling – Landshut. Wir brauchen viele neue Wohnungen, nicht nur für anerkannte Asylbewerber, sondern für alle Menschen – das Förderprogramm Wohnungspakt Bayern kommt da genau zur richtigen Zeit.

Wir müssen die Pläne zum sanften Donauausbau und zur Erweiterung des Hochwasserschutzes an der Donau weiter vorantreiben. Wie wichtig der Hochwasserschutz und der Umgang mit dem Hochwasserrisiko ist, haben wir dieses Jahr erneut dramatisch erleiden müssen. In mehreren Landkreisen Niederbayerns hat Starkregen Bäche und Flüsse zum Überlaufen und viele Menschen um ihren Besitz gebracht. Besonders betroffen war der Landkreis Rottal-Inn. Solche Katastrophen sind schrecklich. Ein Trost mag die beispiellose Solidarität sein, zu der Niederbayern fähig sind. Für sieben Niederbayern, die der Sturzflut zum Opfer gefallen sind, kam dennoch jede Hilfe zu spät. Wir trauern um sie. Unser Mitgefühl gilt, gerade in diesen Tagen, ihren Angehörigen.

Das Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens ist gut. Auf dieser Grundlage werden wir auch die enormen Herausforderungen der Flüchtlingssituation meistern. Humanität, Integration und Begrenzung – das ist die Richtschnur der bayerischen Staatsregierung. Die Regierung von Niederbayern hat in erster Linie für reibungslose Verwaltungsabläufe zu sorgen. Die Unterbringungssituation der Flüchtlinge muss für diese selbst angemessen sein – und zugleich für die einheimischen Nachbarn akzeptabel. Dann geht es um Sprache, um Arbeit, vor allem aber auch um Integration in unsere Lebenskultur. Das müssen wir alle nach Kräften fördern – und von den Menschen, die bei uns bleiben, auch fordern.

Ich freue mich darauf, mit Ihnen gemeinsam die Aufgaben anzugehen, die im nächsten Jahr und in den darauffolgenden auf uns warten. Damit unsere Heimat noch liebens- und lebenswerter wird!

Dankbar rückwärts, mutig vorwärts. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr.

Rainer Haselbeck