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Beschulung von Asylbewerberkindern und umA

Für die Schulen stellt der Zuzug von Asylbewerberkindern und unbegleiteten minderjährigen Ausländern (umA) eine besondere Herausforderung dar. Die Schulen in Niederbayern sind davon in sehr unterschiedlicher Weise betroffen. Damit die Lehrkräfte die für sie angemessene Unterstützung bekommen, werden in enger Abstimmung der Regierung mit den Schulämtern folgende Unterstützungssysteme angeboten:

Übergangsklassen an Grund- und Mittelschulen

Für Grund- und Mittelschulen mit zahlreichen Kindern ohne Deutschkenntnisse hat die bayerische Staatsregierung durch die Regierung von Niederbayern als ausführende Behörde die Zahl der Übergangsklassen auf 48 erhöht (im Schuljahr 2014/2015 waren es noch 14 Ü-Klassen).

Deutschförderklassen

Die Zahl der Deutschförderklassen stieg auf  nunmehr 77.
In diesen werden Schülerinnen und Schüler aus der Regelklasse (Stammklasse) zusammengefasst, die keine oder sehr geringe Deutschkenntnisse haben. Deutschförderklassen können in allen Jahrgangsstufen der Grund- und Mittelschulen eingerichtet werden. Sie umfassen ca. 12 Schülerinnen und Schüler, die in ausgewählten Fächern den Unterricht getrennt von ihrer Stammklasse erhalten, in den übrigen Fächern nehmen sie am Unterricht ihrer Stammklasse teil. Der gemeinsame Unterricht dient insbesondere der Integration.

Berufsintegrationsklassen an beruflichen Schulen

An den bayerischen beruflichen Schulen bekommen berufsschulpflichtige Asylbewerber und umA in sogenannten Berufsintegrationsklassen (BIK-Klassen) eine intensive Sprachförderung, die mit einer zunehmenden Berufsorientierung gekoppelt ist. Um die dabei erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten mit Erfahrungen in der Praxis zu vertiefen, absolvieren die Schüler im 2. Jahr der Beschulung zusätzlich zum Unterricht an der Berufsschule Praktika in verschiedenen Betrieben und Berufen.
Die Beschulung an den niederbayerischen beruflichen Schulen konnte seit dem Schuljahr 2014/2015 schrittweise von 20 auf 80 BIK-Vollzeitklassen zu Beginn des Schuljahres 2016/17 vervierfacht werden. So können derzeit im Regierungsbezirk Niederbayern über 1.400 berufsschulpflichtige Asylbewerber und umA beschult werden.

Fortbildungsangebote für Lehrkräfte

Für Lehrkräfte an Grund- und Mittelschulen sowie Berufsschulen, die Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache unterrichten, gibt es verschiedene Fortbildungsangebote:

  • Neu in der Übergangs- oder Deutschförderklasse
  • Materialsammlung Deutsch als Zweitsprache
  • Schulhausinterne Lehrerfortbildung, die von den ausgebildeten Beratern für Migration durchgeführt werden können
  • Umgang mit traumatisierten Schülern
  • Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten
  • Bedeutung des kulturellen Hintergrundes für das Verständnis von Schülerverhalten und für die gelingende Kommunikation und Kooperation mit dem Elternhaus
  • Basiskurs Berufsintegration: 2-tägige Grundlagenschulung für Lehrkräfte, die erstmals in Berufsintegrationsklassen unterrichten.
  • Tagung der Lehrkräfte in den BIK-Klassen zum Informations- und Erfahrungsaustausch sowie zur Netzwerkbildung.
  • Laufende Fortbildungen für Lehrkräfte in den BIK-Klassen zu aktuellen Themen, zu den didaktischen Besonderheiten in Berufsintegrationsklassen und zur Flüchtlingsproblematik.

Sollten sich bezüglich der Situation der Asylbewerberkinder und umA in einzelnen Schulamtsbezirken relevante Änderungen ergeben, so wird hierauf zeitnah und flexibel  reagiert werden.