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Unbegleitete minderjährige Ausländer (umA)

Unter den in Deutschland ankommenden Asylsuchenden sind zahlreiche unbegleitete Minderjährige Ausländer (umA). UmA sind Personen unter 18 Jahren, die ohne Begleitung eines für sie verantwortlichen Erwachsenen nach Deutschland einreisen. Hierzu gehören auch Minderjährige, die nach der Einreise ohne Begleitung zurückgelassen werden. In Niederbayern leben derzeit 872 umA.

Seit November 2015 werden umA durch das örtliche Jugendamt zunächst vorläufig in Obhut genommen. Um die Belastungen der Kommunen gerecht zu verteilen werden sie nach ihrer Ankunft bundesweit verteilt. Die Verteilung erfolgt - wie bei erwachsenen Asylsuchenden auch -  nach dem "Königsteiner Schlüssel". Vor dem 1. November 2015 galt das Prinzip der Unterbringung am Ankunftsort.

Nach dem Königsteiner Schlüssen entfallen auf Bayern 15,5 %, das entspricht 9.365 umA. Mit Stand vom 28.04.2017 waren in den bayernweit 96 Jugendämtern 9.311 umA untergebracht. Damit wurde die Aufnahmequote mit 99,4 % leicht untererfüllt. Die bayernweite Verteilung der umA erfolgt nach vorgegebenen Quoten ähnlich der Verteilung von Asylbewerbern.

Aufnahme, Unterbringung und weitere Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern

Die Aufnahme, Unterbringung und weitere Betreuung von umA ist Aufgabe der öffentlichen Jugendhilfe, also der bei den Landkreisen und kreisfreien Städten angesiedelten Jugendämter. Für die örtliche Jugendhilfe sind die Kommunen selbst verantwortlich, die Regierung von Niederbayern unterstützt die Jugendhilfe jedoch.

Im Rahmen der vorläufigen Inobhutnahme werden umA bei einer geeigneten Person oder in einer geeigneten Einrichtung untergebracht. Bei diesen Einrichtungen handelt es sich in der Regel um Jugendhilfeeinrichtungen oder um sogenannte Clearinghäuser, die auf die Betreuung von umA spezialisiert sind. In Niederbayern werden Inobhutnahmen seit Mai 2016 nur noch in Einrichtungen mit Betriebserlaubnis durchgeführt.

Während der vorläufigen Inobhutnahme findet das sogenannte Erstscreening statt. Dabei muss das zuständige Jugendamt einschätzen, ob ein Verteilungsverfahren im Einzelfall zu einer Kindswohlgefährdung führen würde, aufgrund von zu hoher physischer und psychischer Belastung. Außerdem ist nach Verwandten im In- und Ausland zu fragen, um die Möglichkeit einer Familienzusammenführung feststellen zu können. Im Rahmen der vorläufigen Inobhutnahme wird außerdem die Identität und der Gesundheitszustand der unbegleiteten Minderjährigen geprüft, sowie das Alter festgestellt. Die Zuweisung der umA mit Bescheid an die Jugendämter der Landkreise und kreisfreien Städte erfolgt dann durch die Regierungen. Insgesamt dauert das Verfahren bis zur bundesweiten Verteilung etwa drei Wochen.

Das Jugendamt, dem der umA schließlich zugewiesen wird, ist  für die weitere Inobhutnahme zuständig. Die umA werden dann bei einer geeigneten Person (z.B. Verwandte oder Pflegefamilien) oder in einer geeigneten Einrichtung untergebracht. Im Rahmen der Inobhutnahme muss das Jugendamt den Erziehungsbedarf des Jugendlichen prüfen. Zugleich ist das Jugendamt dafür zuständig, beim Familiengericht die Bestellung eines Vormundes für den Jugendlichen zu beantragen. Der Vormund muss für die Klärung des Aufenthaltsstatus sorgen und entscheidet, ob ein Asylantrag gestellt wird.