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Unterbringung der Asylbewerber

Asylbewerber sind untergebracht in der ANKER-Einrichtung Deggendorf (mit Dependancen), Gemeinschaftsunterkünften und dezentralen Unterkünften. Minderjährige Ausländer, welche unbegleitet nach Deutschland einreisen (sog. umA), werden in speziellen Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht und betreut.

ANKER-Einrichtung Deggendorf

Die ANKER-Einrichtung Deggendorf mit ihren Dependancen in Osterhofen, Stephansposching und Hengersberg hat eine Kapazität von insgesamt rund 1300 Plätzen.

Staatliche Gemeinschaftsunterkünfte/dezentrale Unterbringung

Die Regierung von Niederbayern betreibt 50 Gemeinschaftsunterkünfte mit einer rechnerischen Gesamtkapazität von rund 5400 Plätzen. Die Unterkünfte sind über ganz Niederbayern verteilt.

Außerdem stellen viele Landratsämter und kreisfreie Städte Plätze in sogenannten dezentralen Unterkünften zur Verfügung, die von diesen in Eigenverantwortung betrieben werden.

Unterkünfte speziell für Frauen und Familien

In Passau, Mallersdorf und Obergangkofen gibt es derzeit staatliche Gemeinschaftsunterkünfte, die ausschließlich für allein reisende Frauen mit oder ohne Kinder bestimmt sind. Die Unterkünfte in Passau und Mallersdorf sind auf eine Kapazität von 16 bzw. 12 Personen ausgelegt. Die  Gemeinschaftsunterkunft in Kumhausen, Ortsteil Obergangkofen, verfügt über 92 Plätze speziell für Frauen und Kinder.

Bei Bedarf und sofern es die baulichen Gegebenheiten erlauben, werden allein reisende Frauen und Familien auch in anderen Gemeinschaftsunterkünften beispielsweise in einem Stockwerk oder einem eigenen Gebäudeteil separat untergebracht.

Allgemeines zur Unterbringung

Asylbewerber sind verpflichtet, zunächst für die Dauer von bis zu sechs Monaten (Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten und Asylbewerber, deren Antrag als offensichtlich unbegründet oder als unzulässig abgelehnt wurde, gegebenenfalls auch bis zur Entscheidung des Bundesamtes bzw. bis zur Ausreise oder Abschiebung) in einer ANKER-Einrichtung mit einer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu verbringen, um für die ersten Verfahrensschritte nach dem Asylgesetz jederzeit erreichbar zu sein. Asylbewerber, deren Asylantrag vom BAMF als offensichtlich unbegründet oder unzulässig abgelehnt worden ist, sind verpflichtet, bis zu 24 Monate in einer ANKER-Einrichtung zu wohnen.

In Niederbayern hat die ANKER-Einrichtung Deggendorf - damals noch unter der Bezeichnung Aufnahmeeinrichtung - am 2. Januar 2015 ihren Betrieb aufgenommen.

Zunächst werden die Asylbewerber nach dem Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt. Danach entfallen auf den Freistaat Bayern etwa 15,5 % aller in Deutschland ankommenden Asylbewerber. Asylbewerber, die nicht mehr verpflichtet sind, in einer Aufnahmeeinrichtung zu wohnen, werden vom Landesbeauftragten in Zirndorf auf die Regierungsbezirke verteilt. Die Quote für Niederbayern beträgt 9,5%, bezogen auf alle in Bayern untergebrachten Asylbewerber.

Vorrangig ist die Regierung von Niederbayern für die Unterbringung der neuankommenden Asylbewerber zuständig. Sofern eine Unterbringung in den Gemeinschaftsunterkünften aufgrund fehlender Kapazitäten nicht möglich ist, erfolgt eine sogenannte Direktzuweisung an kreisfreie Städte und Landratsämter, die selbst Unterkünfte betreiben, nach den Vorgaben der Verordnung zur Durchführung des Asylgesetzes, des Asylbewerberleistungsgesetzes, des Aufnahmegesetzes und des § 12a des Aufenthaltsgesetzes (Asyldurchführungsverordnung - DVAsyl).

Die Kosten der Unterbringungseinrichtungen trägt unabhängig von zentraler oder dezentraler Unterbringung der Freistaat Bayern.

Weitere allgemeine Informationen können auf der Internetseite des BAMF unter http://www.bamf.de/DE/Startseite/startseite-node.html abgerufen werden.